26. Apr 2004 08:53
Die Suchmaschine Google besitzt einen Filter, mit dem nicht jugendfreie Inhalte ausgeblendet werden können. Der Dienst zensiert allerdings deutlich mehr, als angebracht wäre.
Der schlichte Grund: In ihrem Namen ist die Buchstabenkombination «Sex» enthalten. Andere Angebote, die Wörter wie «Girls» oder «Porn» in ihrem Titel enthalten, obwohl sie rein gar nichts mit Rotlicht-Websites zu tun haben, sollen ebenfalls blockiert worden sein. Laut «News.com» kam es deshalb bereits zu Beschwerden bei Google, führt die Ausblendung durch «SafeSearch» doch zu einer faktischen Nichtexistenz im Web.Mana Medina, Betreiberin der Online-Kindermodenfirma «ALittleGirlsBoutique.com», ist ebenfalls Opfer des «SafeSearch»-Filters. «Der Netzverkehr, den Google bringt, entscheidet über den Geschäftserfolg», so Medina gegenüber «News.com». Es sei einfach «lächerlich», dass ihr Kinderangebot als «nicht familienfreundlich» ausgefiltert würde.
Ein Google-Ingenieur sagte in einer Stellungnahme, der «SafeSearch»-Dienst nutze eine «relativ geringe Anzahl» bestimmter Wörter, um sich zu aktivieren. Offenbar werden hierbei die Inhalte eines Angebotes nicht näher analysiert. Der Anteil an Suchen mit «SafeSearch» sei jedoch am Gesamtaufkommen von Suchanfragen nicht sehr groß. «Wir glauben, dass SafeSearch-Nutzer wollen, dass wir lieber etwas konservativer sind», so der Google-Ingenieur.Laut «News.com» kamen und kommen die «SafeSearch»-Probleme bei zahlreichen Seiten vor. Es sei merkwürdig, dass die Suchmaschine, die sich einer fortschrittlichen Suchtechnik rühmt, ähnliche Probleme habe, wie deutlich ältere Jugendschutzfilter. Auch deutsche Seiten werden blockiert - so beispielsweise ein Angebot gegen Kinderpornografie, das das Wort «Porno» im Titel trägt. «Partsexpress.com» will unterdessen seine Adresse ändern, um nicht mehr zensiert zu werden - mit «Parts-Express.com» hat Google keine Probleme.