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Google überdenkt Gmail

14. Apr 2004 09:12
Google will nutzerfreundliches Gmail
Nach herber Kritik von Datenschützern überlegt Google nun, seinen E-Mail-Dienst «Gmail» technisch zu verändern. Man wolle in der aktuellen Testphase genau auf seine Nutzer hören.

Der Suchmaschinenbetreiber Google will den Aufbau seines neuen E-Mail-Dienstes «Gmail» verändern, sollte die teils massive Kritik von Netzbürgerrechtlern und Datenschützern anhalten.

«Wir überdenken derzeit definitiv Änderungen an dem Service, haben uns bislang aber noch nicht festgelegt», so Google-Sprecher David Krane laut dem US-IT-Nachrichtendienst «News.com».

Scharfer Protest

Mehr in der Netzeitung:
Google war vor allem wegen einer Werbefunktion kritisiert worden, die E-Mails in Gmail automatisch scannt und indexiert, um anschließend passende Reklame einzublenden. Dies verstoße gegen das deutsche Fernmeldegeheimnis, hieß es dazu von hiesigen Datenschützern. In den USA wollte eine kalifornische Senatorin den Dienst wegen der «Adsense»-Funktion gar per Gesetz verbieten lassen, außerdem wandte sich eine breite Koalition aus Datenschutzvereinigungen gegen Gmail.

Andere Kritikpunkte an dem Dienst betrafen die große Speichermenge von einem Gigabyte, mit der man laut Google «nie wieder E-Mails löschen» müsse, sowie die Datenschutz-AGB von Gmail, nach der Google Mails der Nutzer beliebig lange vorhalten dürfe. Auch kamen Fragen bezüglich der Verknüpfung der Google-Suchanfragen eines Nutzers mit dessen persönlichen Daten aus Gmail auf.

«Frühe Testphase»

Mehr im Internet:
Google-Sprecher Krane betonte, man befinde sich derzeit in der frühen Phase eines drei bis sechs Monate andauernden Gmail-Tests. Man analysiere derzeit aktiv das Feedback seiner Nutzer, außerdem prüfe man auch die Einwände von Datenschützern. Er betonte jedoch, Veränderungen an Gmail würden nach Bedarf vorgenommen. Definitiv sei aber noch nichts beschlossen.

Krane zeigte sich überrascht, dass der Dienst so viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen hätte, obwohl er derzeit doch nur im kleinen Rahmen getestet werde. Er betonte, die bisherigen Reaktionen der Beta-Nutzer auf Gmail sei «sehr positiv» gewesen. Ob Google die Werbefunktion letztlich abschalten werde, wollte Krane nicht kommentieren. Der Dienst gilt ohne ein solches Element als nicht tragfähig.

 
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