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Datenschützer kritisieren Google Mail-Dienst

05. Apr 2004 08:56
Bei Googles «Gmail»-Dienst sollen Nachrichten automatisch gelesen werden, um passende Werbung auszuliefern. Datenschützer haben da Bedenken.

Googles neuer «Gmail»-E-Mail-Service, der derzeit mit ersten Nutzern intern getestet wird, sorgt unter Datenschützern für Kritik. Der Grund: «Gmail» soll inhaltespezifische Werbung anzeigen, die sich auf den Mailtext bezieht.

Dazu müssen Mails jedoch erst auf ihren Inhalt analysiert werden - ein Vorgang, der laut Googles «Privacy Policy» (Datenschutzbedingungen) auf Rechnern passiert, zu denen niemand Zugriff hat. Die «kontextsensitive» Werbung soll demnach völlig automatisch generiert werden. Manche Privatsphräenschützer glauben dies nicht, befürchten, Google könne Inhalte an Werbetreibende verkaufen.

Eine andere Gefahr sehen Datenschützer im so genannte «Google Cookie», das auf jeden Rechner, der Google benutzt, geschrieben wird. Mit ihm ist es theoretisch möglich, alle Sucheingaben einer Person zurückzuverfolgen.

Google-«Cookie»

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  • Derzeit ist dies weniger gefährlich, weil Google keine persönlichen Daten von Nutzern hat. Da man sich bei «Gmail» aber zuerst anmelden muss, könnte «Google diese Verbindung herstellen, wenn sie wollten», warnte etwa Pam Dixon vom World Privacy Forum gegenüber der «LA Times».

    Google selbst will nach Informationen des britischen IT-Nachrichtendienstes «The Register» offenbar nicht ausschließen, dass hier Verbindungen hergestellt werden können. «Es könnte für uns sehr nützlich sein, diese Informationen zu kennen», soll Google-Gründer Larry Page gesagt haben.

    Lange Vorhaltezeit

    Mehr im Internet:
    Andere Ängste, die «Gmail» hervorrief, ergeben sich aus der langen Vorhaltezeit von Mails: So werden insgesamt ein Gigabyte Speicherplatz pro Benutzer geboten, was für mehrere Jahre an E-Mails reicht. Auch behält sich Google laut «Privacy Policy» vor, E-Mails auch nach dem Schließen eines Accounts aufzubewahren.

    Daniel Brandt, ein bekennender Google-Kritiker und Archiv-Experte, meint, «Gmail» sei vor auch wegen seiner automatisierten Profil-Erstellungsmöglichkeiten gefährlich, «obwohl Google uns erzählt, dass kein Mensch unsere Mails liest». Gegenüber «The Register» warnte Brandt davor, dass persönliche Daten an andere Firmen übergehen könnten - beispielsweise, wenn Google aufgekauft würde.

     
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