31. Mrz 2004 17:28
Nach den Klagedrohungen der Musikindustrie nun auch in Deutschland kursieren derzeit Tipps unter Tauschbörsennutzern, wie man sich vor Zugriffen schützt. Nicht alle helfen.
84 Tauschbörsennutzer hat der Verband der deutschen Musikindustrie (IFPI) in einer bislang einmaligen Aktion verklagt, weitere sollen folgen. Bei Nutzern von Angeboten wie «Kazaa» oder «Edonkey» wächst nun die Angst vor rechtlichen Konsequenzen. Die Abschreckung, die die IFPI mit ihren Verfahren erreichen wollte, wirkt jedoch bislang kaum - statt dessen kursieren derzeit zahllose Tipps und Tricks im Internet, wie man eventuelle Klagen vermeiden kann.
Fünf davon hat nun der Fachbuchautor Janko Röttgers, dessen jüngstes Werk «Mix, Burn, R.I.P.» sich mit dem «Ende der Musikindustrie» im Internet-Zeitalter beschäftigt, untersucht.Sein «P2P-Sicherheitsratgeber» betont, dass die Musikindustrie derzeit nur gegen Anbieter von Musik vorgehe, nicht jedoch gegen Downloader. Um nicht ins Visier der Plattenindustrie-Ermittler zu geraten, reiche es so derzeit noch aus, in Programme wie «Kazaa» oder «Bearshare» die «Upload»-Funktion zu deaktivieren. Auch sollte keinesfalls die gesamte Festplatte freigegeben sein.
Der Tipp funktioniert allerdings bei vielen Programmen nicht - so verbieten etwa «Emule» und «Edonkey» ein Upload-Limit. Bei Konkurrenzprogrammen wie «Bittorrent» wird unterdessen gar keine Unterscheidung zwischen Herunter- und Hochladen gemacht - hier teilen alle Nutzer alles.Andere Tricks helfen laut Röttgers Informationen hingegen gar nicht - so genannte «P2P-Firewalls» wie «Peerguardian», die unerwünschte Beobachter, also Raubkopiererjäger, aussperren sollen, seien nutzlos. Im Zweifelsfall, so Röttgers, bleibe einem von der Musikindustrie Beklagten nur, einen Anwalt einzuschalten. Bislang sei noch völlig unklar, welche Strafen für Musiktauschbörsennutzer drohen.