Chaos Computer Club boykottiert Musikindustrie31. Mrz 2004 09:23  | Chaos Computer Club | Foto: chaoscomputerclub.de |
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68 Personen wurden von der deutschen Musikindustrie wegen der Nutzung von Tauschbörsen verklagt. Die Hackervereinigung Chaos Computer Club ruft zum Boykott auf.
Die Hacker- und Netzbürgerrechtsvereinigung Chaos Computer Club (CCC), ein Zusammenschluss von Internet-Benutzern in Deutschland, hat als Reaktion auf die jüngste Klagewelle der deutschen Plattenbranche gegen Tauschbörsennutzer (die Netzeitung berichtete) zum Boykott der Musikindustrie aufgerufen.
«Zeitalter verschlafen»
«Die Branche sollte nicht den Nutzern die Schuld geben, wenn sie selber den Beginn des Informationszeitalters verschlafen haben», so der CCC. Die Mitglieder des deutschen Musikbranchenverbandes IFPI hätten es versäumt, ihr Geschäftsmodell an die digitale Welt anzupassen und kommerzielle Download-Angebote zu schaffen. Die direkte Folge sei die zunehmende Nutzung von Musiktauschbörsen.
Zweifel an Klagen
Die insgesamt 68 Klagen der IFPI gegen Musikanbieter in Tauschbörsen wie Kazaa nannte der CCC «zweifelhaft». Die Musikindustrie schüre «massive Panik vor immensen Schadensersatzforderungen». Diese seien jedoch in Deutschland «gar nicht durchsetzbar». Die aktuelle Kampagne könne daher nur dazu gedacht sein, die Nutzer der Tauschbörsen «einzuschüchtern».
Banner und Websites
Der CCC forderte seine Mitglieder und die Internet-Nutzer in Deutschland auf, die Musikindustrie «dort zu treffen, wo sie am verwundbarsten» sei: «Entziehen wir ihr den Umsatz.» Eine Internet-Kampagne soll nun mit Bannern und Websites Tauschbörsennutzern ermöglichen, ihren Unmut über das Vorgehen der IFPI Ausdruck zu verleihen. Diese hatte ihre Klagen gegen Tauschbörsennutzer unter anderem damit begründet, Umsatzeinbrüche von bis zu 20 Prozent erlitten zu haben.
Für das Web ediert von Ben Schwan |