netzeitung.deAquapets – Die Tamagotchis des 21. Jahrhunderts

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Aquapets (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Aquapets
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Erst eroberten sie Asien, jetzt die ganze Welt: Bunte elektronische Aliens, die in einer Wasserröhre leben, sind der Renner auf der Nürnberger Spielzeug Messe.

Es ist batteriebetrieben, tschilpt und hüpft in einem länglichen mit Wasser gefüllten Plastikzylinder auf und ab. Kiko ist blau, Puku rosa und Tu grün und alle drei gehören zur Familie der «Aquapets», interaktiven Wasserkreaturen aus Asien. Die für Kinder ab fünf Jahren geeigneten elektronischen Haustiere sind auf dem besten Wege sind das Spielzeug des Jahres 2004 zu werden.

Die Aquapets reagieren über ein eingebautes Mikrofon auf Ansprache und Bewegungen ihrer kleinen Besitzer, indem sie tanzen oder musizieren. Auch das Drücken der Futter- oder Aufmerksamkeitstaste wird durch Zirplaute und kleine Spielchen honoriert. Insgesamt gibt es neun Mitglieder der Aquapet-Familie, die von der US-Firma Wild Planet Toys vertrieben werden. Drei davon sind jetzt zu einem Preis von rund 13 Euro auf den europäischen Markt gekommen, nachdem die Produktreihe in Asien bereits neue Verkaufsrekorde aufgestellt hat.

Dritte Dimension als letzter Schrei
Vom Konzept her sind die Aquapets Nachfolger der Tamagotchis, den Ende der 90er-Jahre weltweit sehr beliebten zweidimensionalen E-Tierchen, die zwischenzeitlich mit der Fähigkeit zu wachsen, zu heiraten und sich zu vermehren auch auf den Markt zurückkehren. Ihre Zweidimensionalität wirkt im Gegensatz zu den bunten Aquapets allerdings angestaubt und letztere lassen sich auch viel besser zum Sammeln ins Regal stellen. Das tut zwar bis jetzt noch keiner, aber glaubt man den Verkaufszahlen, die sich nach Angaben der «Süddeutschen Zeitung» auf bisher zwei Millionen verkaufte Exemplare im asiatischen Raum belaufen, kann es bis dahin nicht mehr weit sein.
Spielzeug statt Haustier
Abgesehen davon, dass sie sich schlecht sammeln lassen, sterben Tamagotchis leider auch, wenn man sich nicht ausreichend um sie kümmert. Das kann dem vielbeschäftigten Kind im Freizeitstress mit einem Aquapet nicht passieren - sie leben, solange die Batterie Lebenskraft spendet. Auf diese Weise genießt man die Vorteile eines Haustieres, ohne die Nachteile wie Schmutz, angeknabberte Kabel oder Krankheiten. Wer seinem Kind Verantwortung beibringen will, sollte allerdings tatsächlich darüber nachdenken, ob ein reales Lebewesen nicht eine größere Bereicherung darstellen könnte.

Für das Web ediert von Julia Niemann