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Ärger um Bush-Werbetool im Internet

15. Mrz 2004 08:54
Bush-Wahlplakat für Hi-Tech Workers
Wahlplakete mit eigenem Text sollte man sich auf der Kampagnen-Website des US-Präsidenten herstellen können. Bush-Gegner entdeckten schnell einige Missbrauchsmöglichkeiten.

Die Kampagnen-Website von George W. Bush zur US-Präsidentschaftswahl in diesem Herbst gibt sich modern: Regelmäßig werden neue Werbevideos online gestellt, in einem Weblog berichtet die Wahlkampfleitung über aktuelle Entwicklungen und Anhänger können sich in einem «Action Center» Materialien zur Unterstützung des Kandidaten herunterladen.

Poster für alle

Mehr in der Netzeitung:
Darunter war bis vor kurzem auch die Möglichkeit, sich so genannte «Custom Posters», also eigene Wahlwerbeposter, erstellen zu lassen. Hierzu genügte die Eingabe eines Slogans und der Klick auf einen Knopf («Create Poster») - schon wurde für den Benutzer ein eigenes Plakat produziert, das sich im hochauflösenden PDF-Format herunterladen (und anschließend ausdrucken) ließ.

Allerdings dauerte es nicht lange, bis Gegner des US-Präsidenten, im Internet traditionell gut organisiert, sein eigentlich praktisches Web-Werbetool für ihre Zwecke missbrauchten: Als Möglichkeit, die «Bush Cheney 2004»-Kampagne durch den Kakao zu ziehen. Das Weblog «Wonkette», das aus Washington über politischen Klatsch berichtet, machte sich einen Spaß daraus, herauszufinden, welche Anti-Slogans man mit Bushs eigenem Werkzeug erstellen kann.

Böse Wörter gesperrt

Mehr im Internet:
Die Macher hinter «georgewbush.com» hatten bereits einige Wörter gesperrt: So beispielsweise «evil» (böse) und «stupid» (dumm), aber auch «Terrorists» oder gar «Iraq». Wörter wie «Fuck» oder «Shit» waren sowieso von vorne herein verboten. «Wir unternehmen große Anstrengungen, um zu verhindern, dass sich anstößiges Material auf unserer Website einschleicht», hieß es dazu von einem Mitglied des Bush-Teams.

«Wonkette» und seinen Lesern tat dies in ihrem Spaß keinen Abbruch. «Rennt um Euer Leben - Bush Cheney 2004» war genauso möglich wie «Macht die Reichen noch reicher». «Weil Nixon immer noch tot ist» wurde von dem Poster-Generator allerdings nicht angenommen. Für das Bush-Team besonders peinlich: Jedes «Custom Poster» trug automatisch den Vermerk, dass es von der Bush Cheney-Kampagne bezahlt worden sei. Inzwischen wurde die Möglichkeit, eigene Slogans zu erstellen, abgestellt. Statt dessen kann man nun nur noch aus vorgefertigten Sätzen wählen, die so genannte «Koalitionsgruppen» repräsentieren: «Anwälte für Bush», beispielsweise.

 
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