09. Mrz 2004 19:47
Börsianer hoffen auf einen 15-Milliarden Dollar-Börsengang der Suchmaschine, die Web-Branche auf einen neuen Aufschwung. Doch Google sei überbewertet, warnt der IT-Marktforscher Forrester.
Populäre Portale mit Vollangebot wie Yahoo oder MSN könnten Google im Marktanteil schwächen, weil sie sich bisherige Google-Vorteile wie eine leicht zu nutzende Suche mit direktem Zugang derzeit selbst verschafften. Die neue reduzierte «Yahoo Search» sei hierfür ein Beispiel, so Forrester. Die überarbeitete Suche des populären Portals orientiert sich stark an Google, bietet aber auch zusätzliche Funktionen und Vernetzungen mit eigenen Inhalte- und Serviceangebote wie E-Mail.Forrester-Research-Chef George Colony hatte im Februar bereits davor gewarnt, der mit bis zu 15 Milliarden Dollar bewertete Google-Börsengang könne eine neue «Internet-Blase» speisen, die sich an geplatzten Träumen der «New Economy» orientiere. Dennoch attestierte der Marktforscher Google ein starkes Wachstum bei der Gesamtzahl der bearbeiteten Suchanfragen und der Suchmaschinenwerbung.
Problematisch sieht Forrester hingegen die zunehmende Integration von Suchmaschinentechnologie im Betriebssystem. Hier könnte die im Internet Explorer einbindbare «Google Bar» gegen eine standardmäßig von Microsoft auf den eigenen Portaldienst MSN eingestellte Suche verlieren. Auch entwickele sich das Web weg vom reinen Hypertext-Medium, was Googles Hauptkompetenz, das Durchsuchen von Web-Seiten, langsam den Boden entziehe. Allerdings hat Google seit längerem eine preisgekrönte Bildsuche im Angebot und durchsuchte bereits Shoppingkataloge. Das Unternehmen hatte erst kürzlich ein europäisches Forschungszentrum angekündigt und setzt stark auf neue Dienste mit Inhaltskomponente. Auch das Anbieten eines eigenen E-Mail-Service gilt als möglich. (nz)