netzeitung.deForrester Research: «Google wird überschätzt»

 Herausgeber: netzeitung.de

Suchmaschine Google (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Suchmaschine Google
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Börsianer hoffen auf einen 15-Milliarden Dollar-Börsengang der Suchmaschine, die Web-Branche auf einen neuen Aufschwung. Doch Google sei überbewertet, warnt der IT-Marktforscher Forrester.

Das renommierte US-IT-Marktforschungsinstitut Forrester Research hat zum wiederholten Male vor einer Überbewertung der erfolgreichen Suchmaschine Google gewarnt. Googles dominierende Stellung im Web müsse keinen Bestand «in alle Ewigkeit» haben, so eine aktuelle Analyse der Forschungsfirma zum Suchmaschinenmarkt. «Selbst wenn Google so innovativ wie heute bleibt, spricht die Suche doch nicht alle Kunden an», sagte Charlene Li, eine Forrester-Analystin.

Populäre Portale
Populäre Portale mit Vollangebot wie Yahoo oder MSN könnten Google im Marktanteil schwächen, weil sie sich bisherige Google-Vorteile wie eine leicht zu nutzende Suche mit direktem Zugang derzeit selbst verschafften. Die neue reduzierte «Yahoo Search» sei hierfür ein Beispiel, so Forrester. Die überarbeitete Suche des populären Portals orientiert sich stark an Google, bietet aber auch zusätzliche Funktionen und Vernetzungen mit eigenen Inhalte- und Serviceangebote wie E-Mail.

Forrester-Research-Chef George Colony hatte im Februar bereits davor gewarnt, der mit bis zu 15 Milliarden Dollar bewertete Google-Börsengang könne eine neue «Internet-Blase» speisen, die sich an geplatzten Träumen der «New Economy» orientiere. Dennoch attestierte der Marktforscher Google ein starkes Wachstum bei der Gesamtzahl der bearbeiteten Suchanfragen und der Suchmaschinenwerbung.

Suche auf dem Desktop
Problematisch sieht Forrester hingegen die zunehmende Integration von Suchmaschinentechnologie im Betriebssystem. Hier könnte die im Internet Explorer einbindbare «Google Bar» gegen eine standardmäßig von Microsoft auf den eigenen Portaldienst MSN eingestellte Suche verlieren.

Auch entwickele sich das Web weg vom reinen Hypertext-Medium, was Googles Hauptkompetenz, das Durchsuchen von Web-Seiten, langsam den Boden entziehe. Allerdings hat Google seit längerem eine preisgekrönte Bildsuche im Angebot und durchsuchte bereits Shoppingkataloge. Das Unternehmen hatte erst kürzlich ein europäisches Forschungszentrum angekündigt und setzt stark auf neue Dienste mit Inhaltskomponente. Auch das Anbieten eines eigenen E-Mail-Service gilt als möglich. (nz)


Für das Web ediert von Ben Schwan