01. Mrz 2004 08:17
Mini-Funksender sollen künftig an Lebensmitteln und anderen Produkten haften. Der Metro-Konzern versuchte nun, auch Kundenkarten mit der Technik auszustatten. Netzbürgerrechtler protestierten.
Bei RFIDs handelt es sich um kleine Chips, die künftig bei vielen Lebensmitteln und anderen Produkten aufgeklebt werden sollen. Im Gegensatz zu den aktuell verwendeten Barcodes sind RFIDs aus der Ferne auslesbar - wer mit ihnen etwa den Ausgang eines Supermarktes passiert, könnte erfasst werden. «RFID gefährdet die Privatsphäre», meint daher die bekannte Netzbürgerrechtsorganisation «FoeBud» aus Bielefeld, die auch die viel beachteten «Big Brother Awards» gegen Datenmissbrauch vergibt. Der Metro-Konzern teste in Rheinberg den «gläsernen Kunden», so «FoeBud».
«FoeBud»-Sprecher padeluun warnte gegenüber dem IT-Nachrichtendienst «Heise Online» allerdings auch davor, nur Metro wegen RFIDs anzuprangern - Konzerne wie Tchibo testeten die Technik schon länger, dafür jedoch «im Stillen». Eigentlich haben RFIDs technisch gesehen einen guten Zweck, meinen Experten: Produkte sollen künftig deutlich leichter logistisch erfasst werden können, weil sie ihre Identifikationsdaten ständig «ausstrahlen». Problematisch wird es nur, sobald RFIDs mit Kundendaten verknüpft werden, was eine lückenlose Erfassung aller Einkäufe möglich macht - und damit datenschutzrechtlich bedenklich ist.