Windows-Quellcode kursiert im Netz
13.02.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Der Quellcode ist so etwas wie der Bauplan einer Software. Wer ihn besitzt, kann das System umprogrammieren, Erweiterungen und Veränderungen daran vornehmen. Beim Konkurrenzsystem Linux ist der Code jedem zugänglich, so das jeder Interessierte das Programm erweitern kann. Microsoft dagegen hat immer großen Wert darauf gelegt, niemandem Änderungen an seinen Programmen möglich zu machen.
Noch viel interessanter aber sei der Code für die Konkurrenz, die versuchen könnten, ihre Produkte zu verbessern. «Das ist das Peinlichste, was passieren kann. Denn es sieht so aus, als ob Microsoft keine Kontrolle über den Programmcode hat», zitiert die Nachrichtenagentur AP den Analysten Rob Enderle.
Die Sicherheitsfirma Eeye Digital Security, die das bisher letzte schwere Windows-Leck entdeckt hatte, wundert das Durchsickern nicht. «Ich frage mich, warum das nicht schon früher passiert ist», sagte Marc Maiffret Eeye. «Denn es gibt so viele, die Zugang zum Programmcode haben.» Viele Firmen, Regierungen und Organisationen bekämen den Code, wenn auch unter strengen Auflagen.
Microsoft hat die Polizei eingeschaltet und untersucht, wie die Datei ins Netz gelangen konnte. Der Sprecher gab sich überzeugt, dass es kein Leck innerhalb der Firma war. (nz)

