Britischer Student hackte US-Nuklearlabor04. Feb 2004 10:56 Ein Student aus London ist in die Server eines amerikanischen Labors für Kernforschung eingebrochen und hat damit Terroralarm ausgelöst. Der Richter sprach von einem «ernsten Verbrechen».
Joseph McElroy, ein inzwischen 18jähriger Student aus London, hat zugegeben, im Juni 2002 in insgesamt 17 Rechner des Fermi National Accelerator Laboratory in Chicago eingebrochen zu sein. Der «Hack» der Computer des bekannten Nuklearlabors löste Terroralarm aus, weil das zuständige US-Energieministerium damals annahm, Atombombenforschungsanlagen oder die nukleare Stromversorgung Amerikas könnten so möglicherweise manipuliert oder geschädigt werden.
Zwischenlager für «VCDz»
McElroy nutzte die Maschinen des Fermilab allerdings nur dazu, geknackte Spiele und Filme («VCDz») zwischenzulagern, die er mit Freunden per Internet tauschen wollte. Dazu legte er eine geschützte Datei auf den Rechnern an, die dann Systemadministratoren auffiel. Die regulären Sicherheitskopien des Systems dauerten wesentlich länger, als anhand der bekannten Daten zu erwarten war. Scotland Yard fand McElroy schließlich.
200 Stunden Strafdienst
Für seine Tat wurde der Jugendliche, der an der Universität von Exeter derzeit Ingenieurwesen studiert, nun allerdings eher milde behandelt: Ein Gericht brummte dem Hacker und Softwarepiraten 200 Stunden Sozialdienst auf. McElroys Einbruch bei Fermilab waren offensichtlich zahlreiche Piratenkollegen gefolgt: Die Systemadministratoren des Nuklearlabors brauchten drei Tage, bis sie die Uploads von ihren Festplatten gelöscht hatten.
40 000 Dollar Schaden Für diese Wartungsarbeiten und Rechnerausfälle wollte das US-Energieministerium McElroy eigentlich 40 000 Dollar an Kosten in Rechnung stellen. Er habe dafür aber nicht die Mittel, stellte der Richter fest. «Das ist ein ernstes Verbrechen», meinte er. Das US-Energieministerium hatte nach Entdeckung des Einbruchs alle Hebel in Bewegung gesetzt, um einen möglichen Angriff durch Terroristen abzuwehren.
Für das Web ediert von Ben Schwan |