Google will die Content-Welt retten
03.02.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Der Schlüssel zu diesem Vorhaben nennt sich «Adsense», eine Technik, mit der zum Inhalt jeder beliebigen Seite passende Textwerbung eingeblendet wird. Klickt ein Nutzer eine solche Reklame an, bekommt Google Geld. Einen Teil davon geht an den Betreiber der Seite, auf der die Werbung steht.
«Wir machen ihre Website profitabel», heißt es dazu in einer neuen, aggressiven Image-Kampagne, die Google derzeit auf Fach-Internetseiten schaltet.
Google habe mit über 150.000 Werbekunden «genau das richtige» auch für spezielle Websites. Die Suchmaschine greift dazu die Inhalte der Seite ab, auf der die Werbung stehen soll und vergleicht sie mit den Werbeangeboten, der Firmen, die Google dafür bezahlen. Anschließend werden möglichst passende Anzeigen auf die Seiten gestellt. Dieses Prinzip gab es bisher als «sponsored link» schon auf der Google-Seite selbst. Inzwischen wird es jedem angeboten, der Interesse hat.
Geld gibt es allerdings erst, wenn die Seiten-Besucher auch auf die Werbung klicken, die Google geschaltet hat. Das wird in der Kampagne nicht erwähnt. Der Dienst wird bei Werbekunden aber als besonders effizient angepriesen, müssten sie doch nicht für jede Einblendung eines Banners zahlen.
So machte Matt Haughey, Betreiber von «PVRBlog», einem Weblog zum Thema digitale Videorekorder, gleich zu Anfang 40 bis 100 Dollar am Tag. Mit «Googly-moogly, heilige Scheiße», kommentierte er diesen Umsatz - wenn man bedenkt, dass Blogging bis dato zumeist keinen Cent brachte, ist dieser Ausruf verständlich.
Google ist nicht der einzige Anbieter, der versucht, mit kostenlos auf Inhalteseiten platzierter Textreklame auf Klick-Basis Geld zu verdienen: So machen Overture, Espotting und About.com mit. Doch Google hat die Chance, aufgrund seiner Markenpräsenz auch hier Schwergewicht zu werden. Adsense hat sich in den vergangenen Monaten massiv verbreitet. Und Google verdient, Klick für Klick.
Für das Web ediert von Ben Schwan

