Google goes Zürich29. Jan 2004 12:15 Google will künftig in Europa mehr Präsenz zeigen. Nach Vertriebsniederlassungen kommt jetzt auch erstmals ein Forschungslabor: In der Schweiz will man neue Dienste entwickeln.
Die Suchmaschine Google plant noch im Frühjahr die Eröffnung eines europäischen Forschungszentrums in Zürich. Nach der Einweihung eines solchen «Google Lab» im indischen Bangalore im Januar ist dies der zweite Versuch, neue Dienste und neues Know How auch fernab der heimatlichen Zentrale im kalifornischen Mountain View aufzubauen. Wie die «Neue Zürcher Zeitung» (NZZ) berichtet, kommt die Entscheidung für die Schweiz selbst für Kenner der Hightech-Szene überraschend. Erklärbar ist sie unter anderem dadurch, dass Urs Hölzle, Vizepräsident für Operations bei dem Unternehmen und zuständig für die Forschungsexpansionen, selbst Schweizer ist.
Zürich und Bangalore
Man wolle sich in Europa das Potenzial der dortigen talentierten Informatiker sichern, sagte er. Sie könnte aus verschiedenen Gründen nicht in den USA beschäftigt werden. Laut Hölzle handelt es sich bei dem neuen Zürcher Forschungszentrum genauso wenig um «Outsourcing», wie bei dem neuen Standort im indischen High-Tech-Zentrum Bangalore. Bis zu dessen Gründung hatte Google nur insgesamt 21 Vertriebsniederlassungen in außeramerikanischen Märkten betrieben - kein «Research & Development», das nur in Mountain View selbst, in Santa Barbara und in New York erfolgte. Nähere Details wie Größe des Forschungszentrums, den genauen Starttermin sowie den Aufgabenbereich erwähnte die NZZ nicht.
Buchprüfung vorgenommen
Unterdessen bereitet sich Google US-Medienberichten zufolge verstärkt auf seinen Börsengang vor. Laut «New York Times» habe man soeben eine wichtige Buchprüfung erfolgreich abgeschlossen, die zwar nach amerikanischem Börsenrecht nicht zwingend notwendig ist, potenziellen Anlegern aber mehr Vertrauen in den «IPO» der weltgrößten Suchmaschine geben soll. Google selbst äußerst sich nach wie vor nicht konkret zu seinen Börsenplänen. Analysten sagen der Firma einen potenziellen Aktienverkaufswert von 20 Milliarden Dollar voraus. Viele der Mitarbeiter, die heute Aktienoptionen halten, könnten dadurch zu Millionären werden, hieß es.
Für das Web ediert von Ben Schwan |