Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

Howard Dean als «Dot-Com»-Phänomen

28. Jan 2004 10:12
Howard Dean
Der Bewerber um die US-Präsidentschaftkandidatur Howard Dean gilt als Vorbild bei der Wählermobilisierung per Internet. Jetzt scheint er an der nicht-virtuellen Realität gescheitert zu sein.

Er hat gegen John Kerry verloren: Howard Dean, Hoffnungsträger der liberalen Demokraten in den USA, landete bei den Vorwahlen für die US-Präsidentschaftskandidatur im US-Bundesstaat New Hampshire auf Platz zwei. Bei der Vorstation in Iowa hatte der frühere Gouverneur von Vermont nur einen dritten Rang belegt.

Die zwei ersten Niederlagen von Howard Dean können auch als Niederlagen der Internet-Generation gewertet werden: Kein Kandidat verstand es so meisterlich wie Dean, die Möglichkeiten des Internet zu nutzen - allein, damit reichte es in Iowa und New Hampshire nicht.

Schon meinen Kritiker, Dean erinnere an die tote «New Economy»: Der Arzt und Ex-Gouverneur, der im Internet vieles richtig machte, sei wie ein «Dot-Com»-Unternehmen.

Ebay gegen Pets.com

Das Online-Magazin «Salon» fragte kürzlich, ob Dean als Internet-Firma eher ein Supererfolg wie Ebay oder eine Niete wie der vor Jahren niedergegangene Tierfutterversand Pets.com sei. Die Erfolgskurve des Demokraten seit dem vergangenen Sommer erinnere fatal an den steilen Aufstieg des Dot-Com-Booms. Man müsse sich nun fragen, ob hinter dem Hype jemals «ein gutes Produkt» gestanden hätte - oder nur eine zeitweise gut erscheinende Idee, die durch eine clevere Online-Kampagne hochgekocht wurde.

«Er lebt wie das Internet und stirbt wie das Internet»

«Nachdem Dean nun Teile seines Glanzes verloren hat, muss er wohl endlose Vergleiche zum Dot-Com-Crash aushalten», so «Salon». «Er lebt wie das Internet und stirbt wie das Internet.» Die Debatte soll inzwischen sogar die Unterstützer erreicht haben - in Deans «Blog for America», in dem es meist über 500 Kommentare zu jedem Eintrag gibt, wird bereits heiß debattiert, ob man womöglich Gefahren übersehen habe. «Wir fanden die Bewegung toll, vergaßen aber die Kandidatur», schreibt so beispielsweise eine Unterstützerin in einem Kommentar.

Nicht nur im Cyberspace

Mehr in der Netzeitung:
  • Guerilla-Wahlkampf im Internet 08. Aug 2003 07:24
  • Deans neues Amerika 29. Dez 2003 07:47
  • Das Establishment bloggt zurück 18. Aug 2003 11:03
  • Die Dean-Kampagne selbst versucht, solche Vorwürfe zu entkräften - mit guten Argumenten: Die Kritiker dächten, die Dean-Kampagne sei nur «eine Cyberkampagne». «Ihnen ist nicht klar, dass all diese Leute auch in der analogen Welt leben», meinte ein Wahlmanager laut dem Internet-Politmagazin «Slate».

    Fakt ist, dass Howard Dean ohne die Wahlkampf-Kampagne im Internet keinesfalls so weit gekommen wäre. Die Mobilisierung im «echten Leben» über Gemeinschaftsportale wie «Meetup.com» funktioniert gut. Deans Kampagne bewies zudem, wie schnell sich Wahlkampfgelder via Web sammeln lassen - nach der Iowa-Niederlage spendeten 10.000 Unterstützer innerhalb kurzer Zeit über 500.000 Dollar für die Kampagne.


    Mehr im Internet:


     
    Drucken
    VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
     
    Zu weiteren Bildergalerien
    Zu weiteren Bildergalerien
    Zum Wissenstest

    Alle Wissenstests

    Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
    Zum Tarifrechner
    Live Top 5
    netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
    Immobiliensuche
    Immobilien
    immonet
    Aus anderen Ressorts
    Zur Autogazette

    Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
    NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
    Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
     
    Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
     
    IT & Security by Procado
     
    [ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
    Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.