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HP-iPod verändert Apple

12. Jan 2004 10:33
Bald in HP-grau: Apples iPod
Die Vermarktung des iPod durch HP zeigt: Apple, der individualistische Computerhersteller, ist im Umbruch. Clever ergreift er die große Chance im Online-Musikmarkt.

Von einem «einmaligen Vertrag» sprach Carly Fiorina, Chefin des IT-Konzerns Hewlett Packard (HP), als sie auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas die neue Kooperation mit Apple präsentierte. Ab Juni will HP eine eigene Version des beliebten Musikplayers iPod bei 110.000 Vertriebspartnern weltweit anbieten.

Damit will HP den Apple-Musikstore iTunes Music Store auf die PCs bringen und die Reichweite vergrößern.

«Wir haben die Größe, (dem iPod) einen Markt zu verschaffen, den er noch nie gesehen hat - zu einem guten Preis», so Fiorina. Apple sei zu HP gekommen, weil man «überall» präsent sei.

Kein Teufelspakt

Die Ankündigung sorgte für viel Erstaunen, denn Apple galt bis dato als äußerst individualistisch bei der Wahl seiner Partner im IT-Segment. Zudem gehört HP mit seinen PCs neben Dell zu den größten Konkurrenten von Apple im Hardware-Bereich. Die HP-Rechner treten direkt gegen Power Mac, PowerBook und Co. an. Verbündet sich Steve Jobs, Apples prominenter Mitbegründer und Chef, nun also «mit dem Teufel», wie alteingesessene Mac-Fans befürchteten?

Wohl kaum, meinen Marktbeobachter: Jobs zeige mit seiner Entscheidung nur, dass er ein guter Deal-Macher sei. Zwar beherrscht der iPod derzeit rund 30 Prozent des Marktes an tragbaren Musikplayern in den USA und die Online-Plattform iTunes Music Store ist mit 70 Prozent Marktführer. Doch in beiden Bereichen geht noch «viel mehr», wie Apple meint: Die Vertriebskanäle müssen noch besser funktionieren.

Mehr Märkte erreichbar

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So ist es beispielsweise in Deutschland nicht einfach, außerhalb von Spezialgeschäften günstig einen iPod zu erwerben – in großen Elektrofachmärkten wie etwa «Saturn» oder «Mediamarkt» ist er nicht erhältlich. Diese Lücke soll der HP-iPod nun schließen.

HP soll Apple außerdem helfen, preislich günstiger zu werden. Derzeit kostet ein iPod zwischen 349 und 549 Euro. Der HP-iPod, der auf Apple-Technik basiert und in HP-Grau daherkommt, dürfte sichtbar billiger werden.

Auch die Downloads im iTunes Music Store sollen besser vermarktet werden. Im Februar will der Online-Shop mit Hilfe der Marke Pepsi in den USA insgesamt 100 Millionen Songs absetzen.

Gewinne werden mit Apple geteilt

Laut «Financial Times» sollen die Gewinne aus dem HP-iPod mit Apple geteilt werden. HP hatte sich ganz bewusst gegen die Einführung eines eigenen Musikplayers entschieden.

Bei Apple, wo man weiterhin auf innovative Rechner sowie Software setzt, ist durch die HP-Allianz ein «Stein ins Rollen» gekommen. Revolutionäres wie etwa ein Mac-Betriebssystem auf einem PC sei aber nicht zu erwarten.

Mit dem iPod hatte sich Apple schon länger in den Windows-Bereich gewagt: Der MP3-Player war von Anfang an PC-kompatibel und der iTunes Music Store läuft seit letzten Herbst auch unter Windows.


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