Hacker gesteht Einbruch in «New York Times»-Server
12.01.2004
Herausgeber: netzeitung.de
So ergänzte Lamo etwa seinen eigenen Namen in der Kontaktliste der Meinungsseite des Blattes und nutzte die Pressedatenbank Lexis Nexis. Außerdem soll er Informationen über Microsoft aus einem Archiv der Zeitung bezogen haben. Der Hack des Servers fand 2001 und 2002 statt. Ihm drohen nun bis zu 12 Monaten Haft.
Lamo gab an, er habe gestanden, weil er seine Familie nicht zerstören wolle: «Ich habe immer gesagt, dass ich für meine Taten einstehe.» Das Schuldeingeständnis ist Teil eines Deals mit der Staatsanwaltschaft. Er sei «reumütig», so der Hacker.
Im Falle der «New York Times» habe er jedoch «eine Grenze überschritten», wie er selbst sagte. Allein der Zugriff auf das Lexis-Nexis-Archiv der Zeitung soll Kosten in Höhe von 300.000 Dollar verursacht haben.
Zuvor und danach war Lamo laut eigenen Angaben schon bei Unternehmen wie MCI, Microsoft, Yahoo sowie Excite in die Server eingedrungen. MCI hat ihm für seine Unterstützung sogar gedankt. Lamo stellte sich im September freiwillig den Behörden, gegen 250.000 Dollar Kaution wurde er frei gelassen. Das Urteil kommt im April.
Kevin Mitnick, ebenfalls ein berühmter Hacker, sprach gegenüber dem US-IT-Nachrichtendienst Wired News davon, dass er sich Sorgen mache, ob Lamo jemals wieder einen Job bekommt: «Er hat sich gerade eines Bundesverbrechens schuldig bekannt und das lässt sich nur durch ein Pardon des US-Präsidenten wieder tilgen.»
Lamo besucht laut eigenen Angaben derzeit eine Universität und will sich zum Journalisten ausbilden lassen.
Für das Web ediert von Ben Schwan

