Microsoft plant Ipod-Konkurrenten06. Jan 2004 09:51 Im Markt der MP3-Spieler liegt Apple in den USA deutlich vor der Konkurrenz. Microsoft will dies nun ändern. Mit dem «Portable Media Center» sollen auch Videos künftig mobil werden.
Der Softwarekonzern Microsoft will in das Geschäft mit tragbaren Multimediageräten einsteigen. Wie der am Sitz der Firma erscheinende «Seattle Post-Intelligencer» meldet, soll das so genannte «Portable Media Center» (PMC) von Herstellern wie Creative, Iriver, Samsung und Viewsonic gebaut werden, wobei Grunddesign und Software von Microsoft stammen. Es werde in der zweiten Jahreshälfte 2004 erscheinen und sich vor allem gegen die Dominanz von Apples MP3-Spieler Ipod wenden. Bei einem ähnlichen Preis wie dieses Gerät böte das PMC laut «Post-Intelligencer» deutlich mehr: Dank eines eingebauten Farbdisplays kann es nicht nur Musik, sondern auch Videos wiedergeben. Genaue Details werden zur in dieser Woche startenden Consumer Electronics Show in Las Vegas erwartet.
Anti-Apple
Apple-Chef Steve Jobs hatte kürzlich gemeint, man sei mit seinem «Itunes Music Store» «der Microsoft unter den virtuellen Musikläden». Der mit dem Ipod kompatible legale Songdienst soll bis zu 80 Prozent Marktanteil in den USA haben und ist auch für Windows verfügbar. Microsofts PMC soll in Konkurrenz daher mit entsprechenden Musikdiensten auf Microsoft-Basis kombiniert werden. Das Gerät besitzt nach bislang vorliegenden Informationen eine interne Festplatte mit 40 Gigabyte Kapazität, was der im größten erhältlichen Ipod entspricht. 400 bis 700 Dollar soll das PMCs kosten. Das eingebaute Farbdisplay besitzt eine hohe Auflösung, wobei bisherige Prototypen allerdings recht klobig wirkten. Der «Look» kommt von den jeweiligen Heimelektronik-Herstellern, die das PMC-Gerät in Lizenz von Microsoft bauen.
Unabhängige Konkurrenz
Portable Video-Player mit eingebauter Festplatte gibt es schon seit längerer Zeit: So bietet etwa der asiatische Zubehörhersteller Archos inzwischen mehrere Generationen der Geräte an. Der kürzlich angekündigte «AV380» liefert eine 80 Gigabyte Festplatte mit, bietet ein großes Farbdisplay und kann Videos im Kompressionsformat MPEG-4, das unabhängig von Microsoft-Technik ist, sogar aufnehmen. Der Softwarekonzern versucht derzeit, mehr Multimedia in die PC-Welt zu integrieren. So macht die Betriebssystemvariante «Windows Media Center Edition» aus dem heimischen Rechner ein TV-Gerät mit Videorekorder-Funktionalität.
Für das Web ediert von Ben Schwan |