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Israel verzichtet auf Microsoft

02. Jan 2004 10:03
Als Reaktion auf Microsofts Preispolitik hat die israelische Regierung erklärt, sie würde keine neuen Produkte des Unternehmens mehr beziehen. Das Land will jetzt auf Open-Source-Software setzen.

Eine Sprecherin des israelischen Finanzministeriums erklärte diese Woche, die israelische Regierung werde zwar weiterhin vorhandene Microsoft-Office-Produkte nutzen, aber auf die Anschaffung neuer Versionen des Redmonder Konzerns verzichten. Preisgünstige Alternativen zu Microsoft-Software sollen es künftig mehr Menschen im Land ermöglichen, mit Computern zu arbeiten.

Ökonomische Entscheidung

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Das israelische Finanzministerium kooperiert bereits mit den Microsoft-Konkurrenten Sun und IBM, um eine Open-Office-Software-Version in hebräischer Sprache herzustellen, eine Alternative zu Microsoft Office. «Dieser Schritt ist eine rein ökonomische Entscheidung,» so eine Sprecherin aus dem Finanzministerium, die wünschte anonym zu bleiben, gegenüber der Nachrichtenagentur AP. «Die israelische Regierung wird keine neuen Produkte von Microsoft mehr beziehen, den Vertrag für bestehende Systeme aber weiter erfüllen.»

Alles oder nichts

«Es ist Teil unserer Politik, die Computernutzung zu fördern und zu erweitern. Wir wollen, dass sich Open-Source-Technologie durchsetzt, damit sich mehr Menschen einen Computer leisten können,» so die Sprecherin weiter. Außerdem sei man unzufrieden darüber, dass Microsoft sich weigere, Programme aus seinem Office-Paket einzeln zu verkaufen. «Nicht jede Abteilung braucht alles, was das Paket enthält.»

Tendenz zum Allgemeingut

Der Beschluss Israels ist symptomatisch für das wachsende Interesse des öffentlichen Sektors an Open-Source-Applikationen oder dem nicht eigentumsrechtlich geschützten Betriebssystem Linux. Auch in Deutschland, beispielsweise in der Münchener Stadtverwaltung, wird Linux nicht nur für die Server, sondern auch an den Einzelplatzrechnern benutzt. Und auch weitere Regierungen, wie die von Großbritannien, Brasilien, Japan, Südkorea, China und Russland sehen sich nach Alternativen zu Microsoft um. Nach Angaben des Forschungsinstituts IDC entfallen 10 Prozent der gesamten IT-Ausgaben auf dem Software-Markt auf Regierungsbehörden. Allein die USA haben im letzten Jahr 34 Milliarden Dollar für Software- Systeme ausgegeben. (nz)

 
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