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Neuseeland verbietet brutales Computerspiel

15. Dez 2003 13:02
Foto: Rockstar Games
«Manhunt» hält den Spieler dazu an, alles was auf dem Bildschirm erscheint, so brutal wie möglich umzubringen. In Neuseeland wurde das Playstation-2-Spiel jetzt verboten.

Wo Grausamkeit und Brutalität belohnt werden, ist das Wohl der Öffentlichkeit gefährdet, meint die neuseeländische Zensur. In Neuseeland wurde daher das Videospiel «Manhunt» auf den Index befördert. In «Manhunt» dreht der Spieler einen Snuff-Film und wird für grausame Morde mit Bonusleveln belohnt.

Hersteller Rockstar Games befindet sich wegen eines anderen Videospiels bereits in den USA vor Gericht, weil Jugendliche angeblich «Grand Theft Auto 3» nachahmten und zwei Menschen töteten.

Grenzen überschritten

Der Chefzensor der neuseeländischen Behörde für Film- und Litaratur-Klassifizierung, Bill Hastings, sagte gegenüber dem «New Zealand Herald» dass bei der heutigen Tendenz von Computerspielen, die Grenzen immer weiter auszutesten, «Manhunt» ganz klar zu weit ginge, viel weiter als jedes andere Spiel, dass ihm bisher vorgelegen wurde. «In diesem Spiel ist die einzige Aufgabe des Spielers, jeden zu ermorden, den er sieht,» so Hastings.

Morden für den Mann im Ohr

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«Und es wird noch schlimmer. Nicht nur, dass man jeden umbringen muss. Man kann zwischen einer 'milden', 'mittleren' oder 'heißen' Tötungsweise wählen.» Laut Hastings sind die «heißen» Morde besonders grausam. Die Wahl der Waffen reicht von Glasscherben über Draht bis hin zu Plastiktüten und Macheten. Spielort ist eine seltsame Stadt, die von Psychopaten und Kriminellen bevölkert wird.

Der Spieler erhält seine Befehle über eine Hörkapsel von einem Snuff-Filmemacher. «Wer sich für einen »heißen« Mord entscheidet, kann den Snuff-Film selbst anschauen, der Mord wird dann in Nahaufnahme gezeigt. Beim Plastiktütenmord kann man beispielsweise sehen, wie der Mund des Opfers im Inneren der Tüte nach Luft schnappt.»

Brutalität zum Geschäft gemacht

Das Spiel von der amerikanischen Firma Rockstar Games produziert. Der Spielehersteller brauchte auch «Grand Theft Auto» auf den Markt, ein ebenfalls wegen seiner Brutalität kontroverses und viel kritisiertes Videospiel.

«Grand Theft Auto 3» ist derzeit Gegenstand einer 246 Millionen-Dollar-Klage zweier Familien in den USA. Zwei Jugendlichen wird vorgeworfen, sich von dem Spiel inspirieren und auf unschuldige Passanten geschossen zu haben. «Grand Theft Auto 3» darf in Neuseeland nur an Personen über 18 Jahren verkauft oder verliehen werden. Laut Hastings geht «Manhunt» das komische Element, was er in der «Grand Theft Auto»-Serie noch entdecken konnte, gänzlich ab. «Man wird dafür belohnt, so grausam wie möglich zu sein, weil man nur so an die vier Bonuslevel kommt.»

Schutz des öffentlichen Wohls

Der Verkauf oder Verleih von «Manhunt» wurde an Spieler jeden Alters in Neuseeland untersagt. In seiner zwölfseitigen Erklärung führt das Zensuramt aus, dass die Horror-, Verbrechens-, und Gewaltelemente von solcher Grausamkeit seien, dass man darin eine Gefährdung des öffentlichen Wohls sehe. Denn «um die Bilder dieses Spiel ertragen zu können, muss man versuchen, die Morde zu tolerieren oder sogar zu genießen, und das würde unserer Gesellschaft schaden,» so Hastings. In Deutschland ist «Manhunt» offiziell nicht erhältlich.

 
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