08. Dez 2003 10:57
Suchmaschinen-Manipulationen per «Google Bombing» funktionieren noch immer: Wer «erbärmlicher Versager» auf Englisch in die Suche tippt, findet die Biographie des US-Präsidenten.
Was man hier erleben kann, ist die Machtdemonstration einer Anhäufung von Web-Spezialisten: Betreiber zahlreicher verschiedener Homepages verlinken in einer Art konzertierter Aktion die beiden Worte vom erbärmlichen Versager direkt mit der Biographie Bushs. Und schon meint Google, diesen Zusammenhang herstellen zu müssen, obwohl der «miserable failure» auf der Bush-Homepage im übrigen kein einziges Mal vorkommt. Das Weiße Haus ist inzwischen informiert. Der Vorfall beweist, dass das so genannte «Google Bombing», eine seit Jahren bekannte Technik, noch immer funktioniert: Dabei schließen sich Homepages, vor allem Weblogs, zusammen, um einen bestimmten Suchbegriff bei der großen Suchmaschine zu manipulieren. Dies funktioniert, weil für Google Verlinkungen das wichtigste Gut sind - sie halten nicht nur das Web, sondern auch die Suchmaschine zusammen.
Und so kann es vorkommen, dass Links im Google internen Algorithmus namens «Pagerank» eben wichtiger werden, als das, was eigentlich auf einer Seite steht - der Homepagebetreiber selbst hat da gegen nur die Chance, sich direkt bei Google zu beschweren, was auf elektronischem Wege (dem einzig standardmäßigen) schon mal seine Zeit dauern kann.Ursprünglich hatte es geheißen, die Suchmaschine, die kurz vor dem Börsengang steht, habe die «Google Bombing»-Problematik entschärft. Der «erbärmliche Versager» Bush zeigt, dass dem eben noch immer nicht so ist. Ein Sprecher der Weißen Hauses hatte gegenüber der US-Publikation «Newsday» am Wochenende keinen Kommentar zu dem Vorfall, Google selbst reagierte auf Anfragen nicht.