02.12.2003
Herausgeber: netzeitung.de
Segway Human Transporter
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Wendig und klein ist der Segway-Scooter, doch kaum jemand will ihn kaufen. Lediglich das Militär findet die Technologie interessant - für die Erfinder eine Hoffnung auf Absatzmärkte.
Der Segway Human Transporter (HT) sollte das Fortbewegungsmittel der New Economy, ja der Zukunft werden, doch niemand wollte es kaufen. Der kippelige, zweirädrige Scooter könnte nun aber doch noch Erfolg haben: Das Pentagon interessiert sich dafür. Die Erfinder haben kein Problem damit, hoffen sie doch, so endlich die dringend nötigen Absatzzahlen zu erreichen.
Das Pentagon-Forschungsprogramm «Mobile Autonomous Robot Software» beschäftigt sich eigentlich damit, Roboter zu entwickeln, die auf dem Schlachtfeld ohne menschlichen Einfluss handeln können. Das Problem dabei ist vor allem die Programmierung der Maschinen, die einmal selbständig Verwundete bergen oder Kampfstoff-Spürmissionen ausführen können. Dabei müssen die Programme nicht nur sehr flexibel auf ihre Umwelt reagieren, sondern auch lernen können.
Die sehr wendigen Scooter von Segway seien eine sinnvolle Plattform, auf der die verschiedenen Programme getestet werden könnten, sagte ein Sprecher der Pentagon-Forschungseinrichtung Darpa laut Agenturberichten.
An mehreren Universitäten wird daher mit den Rollern geforscht. So baute das Massachusetts Institute of Technology (MIT) eine Version, die durch Flure ihren Weg finden und Türen öffnen kann. An der Carnegie Mellon University in Pittsburgh wurde einer entwickelt, der Fußball spielt, oder dies irgendwann können soll. Bisher erkenne er nur den Ball und könne ihn anschubsen, hieß es. Nun müsse man ihm noch die Regeln beibringen. An der University of Southern California arbeitet man daran, die Geräte zu Transporten verwenden zu können. Bis zu 45 Kilogramm könnten sie bereits tragen und sollen diese bald selbständig einem Menschen hinterher tragen.
Die originalen HT können einen Menschen und etwas Gepäck, zusammen bis zu 150 Kilogramm, befördern. Mit ihrer Batterie sind sie unter optimalen Bedingungen bis zu 25 Kilometer pro Stunde schnell. Stabilisiert werden sie durch interne Gyroskope, so dass der Passagier nicht gezwungen ist, das Gefährt zu balancieren.
Er habe keine Schwierigkeiten damit, seine Erfindung der Armee zur Verfügung zu stellen, so Dean Kamen. Er hatte den Scooter 2001 mit großem Brimborium vorgestellt und die Firma an die Börse gebracht, jedoch bis zum September 2003 nur ungefähr 6000 der Geräte verkaufen können. «Wenn man ein Auto baut, kann es auch als Krankenwagen oder als Militärtransporter eingesetzt werden. Ich mag das Programm vor allem, weil wir großes Interesse daran haben, mehr Segways an Universitäten zu bringen. Es kann uns nur helfen, wenn unsere Technologie in der technologischen Welt Verbreitung findet, besonders unter jungen Geeks.» (nz)