Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

Google mit Pubertätsproblemen

02. Dez 2003 10:12
Google will an die Börse. Insider beschreiben das Unternehmen allerdings als ziemlich chaotisch.

Der nächste große Entwicklungsschritt in der gerade einmal fünfjährigen Geschichte der Suchmaschine Google steht bevor: Der in seinem Segment marktführende Web-Anbieter plant, obwohl er es selbst (noch) nicht so recht zugeben will, für das Frühjahr 2004 seinen Börsengang (IPO). Der soll mal eben 20 Milliarden Dollar in die Kassen spülen, wenn alles gut geht.

Schnell ganz groß

Mehr in der Netzeitung:
  • Microsoft umwirbt Google 31. Okt 2003 11:11, ergänzt 11:22
  • Was Google wirklich bringt 30. Okt 2003 13:27
  • Google erwägt Börsengang ohne Banken 24. Okt 2003 10:51
  • Die Börse wartet auf Google 01. Apr 2003 10:51
  • Davor stand ein gigantisches Wachstum: Innerhalb der letzten achtzehn Monate vervierfachte sich die Belegschaft auf über 1300 Mitarbeiter, während die Umsätze, sofern man dies ohne veröffentlichte Fundamentaldaten abschätzen kann, sich wohl auf 900 Millionen Dollar im Jahr versechsfacht haben - bei geschätzten Gewinnen in Höhe von 350 Millionen Dollar.

    Damit bewegt man sich in einer Liga mit Veteranen-High-Tech-Hiflyern wie Apple, bei denen allerdings noch richtige Hardware zusammengeschraubt wird, während Google vor allem eine Dienstleistungs- und Werbeverkaufsfirma darstellt. Sie zeigt (oder will zeigen), dass Internet-Geschäftsmodelle rasant wachstumsstark und dabei valide sein können.

    Wachstumsschmerzen

    Mehr im Internet:
    Dennoch ist offenbar nicht alles Gold, was bei Google glänzt: Wie das renommierte US-Wirtschaftsblatt «Fortune» schreibt, erweist sich die Firma beim näheren Hinsehen als «talentiertes Unternehmen, das vor Schwierigkeiten steht». Laut «Fortune» leidet die Suchmaschine an klassischen Problemen in der Pubertät eines kommenden Großunternehmens: Während die Spitze aufgrund der angeblichen Unverwundbarkeit sichtbar arroganter geworden sei, führe die Unzahl neuer Mitarbeiter zu organisatorischen Problemen. Die Gier nach Aktienoptionen gehe um und Google verändere sich zur Zeit auf für die Mitarbeiter merkwürdige Weise. Und: Die Wachstumsschmerzen kämen zur Unzeit.

    Vor allem aber herrsche das kreative Chaos: So berichtet ein Kunde, dass zu einem meeting die Leute in der Regel zwanzig Minuten zu spät kämen, weshalb Externe ihre Präsentationen wiederholen müssen. Andere Mitarbeiter gehen zehn Minuten vor dem Ende, während des meetings spielen die meisten Teilnehmer mit ihren Blackberries oder anderes mobilen Geräten herum.

    Disziplin gehöre, so die Gründer, nicht zu den obersten Tugenden. Kreativität sei wichtiger. Für den Börsengang muss der CFO Eric Schmidt nun dafür sorgen, dass ein Grundverständnis für die strengen Regeln der SEC einkehrt - eine Anforderung, die viele für einen existenziellen Kulturschock für Google halten.

    Interne Schwierigkeiten?

    So ist die aktuell hervorragende Position im Markt wohl nicht zu halten, wenn Großkonzerne wie Microsoft oder etabliertere Online-Marken wie Yahoo mit Macht in Googles Nischen drängen. Und intern knirscht es, weil nicht klar ist, ob CEO Eric Schmidt oder die Gründer Larry Page und Sergey Brin das Unternehmen führen. Basiert ein möglicher Milliarden-Börsengang Googles daher nur auf einer verspäteten Dot-Com-Blase, bei der intern ähnlich verrückte Hype-Mechanismen ablaufen, wie wir sie aus den Jahren 1999 und 2000 kennen? Wenigstens macht die Firma gute Gewinne. Ginge das Experiment Google schief, würde die ganze Netz-Branche zurückgeworfen, schließlich steht die große Suchmaschine für den Erfolg, den man online haben kann - aller «New Economy»-Krisen zum Trotz.

     
    Drucken
    VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
     
    Zu weiteren Bildergalerien
    Zu weiteren Bildergalerien
    Zum Wissenstest

    Alle Wissenstests

    Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
    Zum Tarifrechner
    Live Top 5
    netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
    Immobiliensuche
    Immobilien
    immonet
    Aus anderen Ressorts
    Zur Autogazette

    Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
    NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
    Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
     
    Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
     
    IT & Security by Procado
     
    [ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
    Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.