netzeitung.deRisikokapital für Weblogs und soziale Netzwerke

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Nach jahrelanger Inhalte-Abstinenz beginnen in den USA die ersten Investoren, wieder Vertrauen in das neue Medium zu gewinnen. Risikokapital fließt auch in Blogger-Dienste.

Risikokapitalfirmen in den USA haben den Online-Inhalte-Markt wieder entdeckt - zumindest, wenn es um dessen technische Ausrüstung geht. Informationen aus der kalifornischen Netztagebuch-Szene zu Folge stehen größere Investitionen bei verschiedenen Weblog-Hosting-Dienstern sowie passenden Service-Anbietern wie Blogger-Suchmaschinen kurz bevor. Den Anfang gemacht hatte dabei das kleine Unternehmen Six Apart aus dem kalifornischen San Mateo: Dort investierte die japanische Venture Capital-Firma Neoteny, worauf Six Apart einen eigenen Hosting-Dienst namens Typepad aufbauen konnte (die Netzeitung berichtete).
Welle rollt
Nun scheinen weitere Investments bei Blog-Spezialisten zu folgen. Die Rede ist unter anderem von der bekannten Weblog-Suchmaschine Technorati, der ein «großes Stück Finanzierung» demnächst ins Haus stehe, wie es hieß. Ebenfalls gibt es Berichte von bevorstehenden Investitionen in den Weblog-Sammeldienst Feedster. Das Interesse soll von bekannten Risikokapitalfirmen kommen. All diese Firmen haben eines gemeinsam: Sie versorgen die in den USA weitere boomende Netztagebuchszene mit Dienstleistungen. So kann man sich bei Six Apart gegen Monatsabo ein Weblog einrichten und es in hoher Qualität pflegen, während Blog-Suchmaschinen wie Technorati viele Klicks generieren und interessant für bezahlte Werbelinks werden.
Werkzeugverkauf
Was bislang nicht finanziert wird, sind echte Inhalte-Anbieter - und die Blogger selbst. Unverständlich ist dies nicht, erstellen solche Unternehmungen zwar günstig Inhalte, sind als Werbe- oder Bezahl-Content-Plattformen aber noch kaum etabliert. Mit großen Einnahmen ist deshalb vorerst nur bei den Ausrüstern zu rechnen. Die Risikokapitalengagements im Silicon Valley vollziehen sich gewöhnlich in Wellen - wurde ein Sektor «entdeckt», werden gleich Dutzende Unternehmen mit Investments bedacht, die später an der Börse oder bei einem Weiterverkauf hohe Renditen bringen sollen. Die Investitionstätigkeit ähnelt dabei nicht selten einem Glücksspiel.
Soziale Netzwerke
Die Finanzierung von Unternehmen aus dem Internet-Inhaltesektor ist schon seit Anfang des Jahres wieder ein Thema: So interessierten sich Venture-Capital-Firmen für Firmen aus dem Bereich der so genannten «sozialen Netzwerke» (social networks), die Personen aus bestimmten Kreisen im Internet zusammenführen. Den Diensten, die ihren Mitgliedern von Dating-Möglichkeiten bis zur Freizeitgestaltung alle Optionen offenhalten, boomten in den USA eine lange Zeit. Investments gab es nun für die Marktführer Friendster sowie Linked-In - jeweils von bekannten Risikokapitalisten.

Für das Web ediert von Ben Schwan