netzeitung.deItunes gewinnt Innovationspreis

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Apple zeigt, dass sich Musik auch über das Netz verkaufen lässt - in einem Markt, in dem vorher nur kopiert wurde. Dafür wurde der Dienst nun prämiert.

Der Itunes Music Store ist die «Coolest Invention of the Year» - die schickste Erfindung des Jahres. Zu diesem Schluss kommt das US-Nachrichtenmagazin «Time» in seiner aktuellen Ausgabe. Darin hatte die Redaktion der Zeitschrift wie jedes jahr die besten technischen Neuerungen präsentiert.
Eine Branche gerettet
Apples virtueller Musikladen, der laut eigenen Angaben mehr als eine Million Titel in der Woche absetzt, sei «der Retter der Musikindustrie», so «Time». Mit einem entwaffnend einfachen Konzept habe sich der Dienst trotz der Übermacht der kostenlosen Dateitauschbörsen nach vorne gearbeitet: Jeder Song nur 99 Cent, bei einfachster Benutzung.

Apple habe mit Itunes die Mitte gefunden zwischen Netzpiraten, die alles gratis haben wollten, und der dem Internet lange Zeit skeptisch gegenüber stehenden Musikindustrie. Dank Apple glaube nun auch die Konkurrenz an das Konzept: Napster 2.0, Musicmatch und zahlreiche andere - inzwischen wollen sogar der Musiksender MTV und eine Supermarktkette ihre eigenen Online-Musikshops eröffnen.

Schmutziges Geheimnis
Der Erfindungsreichtum bei Itunes liege dabei nicht so sehr in der technischen Innovation - offizielle Download-Shops gab es schon länger. Doch die Art der Umsetzung zählt laut «Time»: Itunes habe als erstes Angebot genug Songs der wichtigsten Plattenlabels versammelt, vertraue seinen Usern, in dem es das CD-Brennen sowie das Überspielen auf tragbare MP3-Player (Ipods) freigiebig erlaube und habe den Einkaufsprozess bequem gestaltet.

Allerdigs habe das Ssystem auch ein «schmutziges kleines Geheimnis», so die «Time»-Redaktion: Mit ihm ist kaum Geld zu verdienen, wie Apple-Chef Steve Job offen zugibt. Bei 500 Millionen Dollar Umsatz bleiben zwar immerhin rund 50 Millionen Dollar hängen, doch mit den Gewinnspannen, die sonst in der Computerbranche zu erzielen sind, sei dies nicht zu vergleichen.

Apple will mit seinem Dienst jedoch vor allem seine tragbaren MP3-Player namens Ipod verkaufen, mit denen sich deutlich mehr Geld verdienen lässt. Der Music Store ist nur ein Zubrot, während die Konkurrenz auf die Online-Musik als Haupteinnahmestrom angewiesen ist. Ob die Strategie Apple auch wachsen lässt, ist sich «Time» noch nicht sicher.

Platz zwei und drei der «coolsten Erfindungen des Jahres» belegten übrigens Kamera-Handys und ein neuartiger Wasserfilter.


Für das Web ediert von Ben Schwan