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Streit um Google-Spam auf Blogger.de

10. Nov 2003 10:21
Blogger.de, eine Gratis-Plattform für Weblogs, plante eine Zusammenarbeit mit einem umstrittenen «Suchmaschinenoptimierer». Der Protest der Szene hielt die Anbieter jedoch zurück.

Weblogs erreichen aufgrund ihrer guten Vernetzung hervorragende Platzierungen bei der Suchmaschine Google: Sie tauchen bei der Eingabe vieler Suchbegriffe ganz vorne auf, weil die Seiten viele Links setzen. Das interessiert zunehmend auch so genannte «Suchmaschinenoptimierer», die versuchen, gegen Zahlung einer Gebühr die Google-Position ihrer Kunden nach vorne zu treiben - und das auch mit umstrittenen Methoden.

Eine der Methode wird mittlerweile «Google-Spam» genannt, weil sie die Ergebnisliste von Google nahezu unbrauchbar macht. Die «Optimierer» bauen hierbei zahllose Websites auf, die unzählige Links auf die Website des Kunden enthalten. Die Suchmaschinen-Roboter, die solche künstlichen Link-Parks besuchen, werten die gute Verlinkung als Zeichen einer hohen Popularität – was in einem guten Ranking bei Google resultiert.

Unfreiwilliger Spam

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  • Die Verquickung von Weblogs und Suchmaschinenoptimierern erfolgte bislang vor allem unfreiwillig: Durch so genannten Kommentar-Spam, bei dem «optimierte» Adressen automatisch in die Kommentarfelder von Weblogs gestellt. Die Szene arbeitet seit Monaten fieberhaft an Lösungen, den neuartigen Spam aus den Netztagebüchern herauszuhalten - und das mit zunehmendem Erfolg.

    Bei Blogger.de, einem aufstrebenden Gratis-Weblog-Dienst aus Deutschland mit über 700 Weblogs, versuchte es die Suchmaschinenoptimierer-Szene nun einmal anders: Mit einer Art «freundlichen Übernahme» des Angebotes.

    Optimierer betreiben Test-Blogs

    Die Suma AG, einer der so genannten «Suchmaschinenoptimierer» aus der Schweiz, bot Dirk Olbertz, Betreiber von Blogger.de, an, ihm einen Teil seiner Kosten für den Datenverkehr zu ersetzen, wenn man der Firma erlaube, einen Monat lang «den Einfluss von Blog-Inhalten auf die Suchergebnisse bei Google» testen zu können. «Zu diesem Zweck werden Mitarbeiter der Suma AG während der einmonatigen Testphase pro Tag einen Beitrag in die vorher angelegten Blogs eintragen», so Olbertz in seinem Angebot.

    Sturm der Entrüstung

    Die Idee sorgte allerdings sofort für einen Sturm der Entrüstung unter den Blogger.de-Mitgliedern: 66 Postings mit negativen Reaktionen bis zum angekündigten Austritt aus der Plattform erhielt der Blogger.de-Betrieber. «Ist das was von diesem Google-Spam?», fragte da beispielsweise einer.

    Olbertz, der offenbar recht blauäugig auf das Angebot von Suma eingegangen war, musste schließlich klein beigeben: Er werde auf die finanzielle Unterstützung durch Suma verzichten, schrieb er, sowie seine Plattform umgestalten, damit Google-Spam weniger leicht möglich sein kann. «Mir fällt ein Stein vom Herzen», kommentierte ein Blogger.de-Mitglied daraufhin.

    Auch beim Weblog-Hosting-Dienst 20six war die Suma AG aktiv - dort betrieb sie ein eigenes Weblog, ebenfalls «zum Test». Es wurde allerdings inzwischen von 20six gelöscht, nachdem der Blog-Service Kenntnis davon erlangt hatte.

     
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