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Auch Google will in Büchern suchen

30. Okt 2003 11:44
Seit kurzem bietet der Online-Händler Amazon in den USA eine neuartige Buchsuche in 120.000 Titeln an. Google sieht dies als Angriff auf sein Kerngeschäft und plant ein ähnliches Angebot.

Buchfans in den USA können sich freuen: Fast 200.000 Titel könnten ihnen demnächst im Web zur Verfügung stehen, in denen sie nach Herzenslust stöbern und seitenweise schmökern dürfen. Nach dem weltgrößten Web-Verkäufer Amazon, der gleichzeitig auch den Online-Buchmarkt beherrscht, plant nun auch die marktführende Suchmaschine Google eine neuartige Buchsuche im Web. Während Amazon registrierten Kunden bereits seit letzter Woche Auszüge aus 120.000 englischsprachigen Büchern über eine Volltextsuche zugänglich macht, will Google mindestens 60.000 Werke abdecken. Dies berichtet das Fachblatt «Publishers Weekly» unter Berufung auf firmennahe Kreise.

Diskussionen mit Verlagen

Mehr in der Netzeitung:
Demnach befindet sich Google seit mehreren Monaten in Diskussionen mit Verlagen, um diese zu überzeugen, ihre Buchinhalte in Google einstellen zu lassen. Über geplante Darstellungsformen ist noch nichts bekannt, allerdings dürfte die Form dem ähneln, was Amazon derzeit seinen Kunden anbietet: Rund um den Suchbegriff dürfen sie einige Seiten vor und zurück blättern. Mehr ist aus Urheberrechtsgründen nicht erlaubt - außerdem will Amazon die Bücher ja schließlich noch gedruckt verkaufen.

Suche im Innern des Buches

Mehr im Internet:
Bei der «Search Inside The Book» genannten Funktion geht es laut Amazon-Angaben vor allem darum, dem Kunden zu seinem Interessensgebiet mehr passende Bücher zu präsentieren. Die Seiten werden in Form von Bildern dargestellt, damit sie nicht zu leicht kopierbar sind; es handelt sich dabei um eingescannte Passagen aus den Büchern selbst, wie man dies schon von einer älteren Buchauszugsfunktion bei Amazon kennt. Lesen dürfen die Seiten nur Kunden, die sich vorher mit Namen anmelden, weil man mögliche Copyright-Verstöße erkennen und verhindern möchte. Den Verlagen und Autorenorganisationen sollen dem Vernehmen nach Verwertungsabgaben abgeführt werden. Insgesamt enthält die neue Amazon-Buchsuche derzeit 33 Millionen Seiten.

Google mit Buchverkaufsfunktion

Ob Google auch ganze Buchseiten für Endnutzer zur Verfügung stellt, ist laut «Publishers Weekly» noch unklar. Es könnte auch sein, dass zwar eine Suche in vollständigen Werken möglich ist, dann aber gleich auf eine Kaufmöglichkeit der Bücher umgeschaltet wird. Wer diesen Verkaufspart übernimmt, könnte den Verlagen überlassen werden. Google verweigerte auf Anfrage von «Publishers Weekly» einen Kommentar zu dem geplanten neuen Angebot, sagte aber, dass es Kontakte zur Buchindustrie gäbe: «Wir reden mit einigen Verlagen und versuchen immer, mehr Inhalte zur Verfügung zu stellen, die unsere Suche für die Kunden nützlicher macht», sagte eine Sprecherin der Firma. Einem an den Diskussionen beteiligten Verlag zu Folge hat Google allerdings bereits Verträge für die 60.000 Titel.

 
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