16. Okt 2003 11:39
Der Browser Mozilla ist in einer neuen, verbesserten Version verfügbar. Mit Mozilla 1.5 spricht das Open-Source-Projekt vor allem Nutzer des Internet Explorer an.
Das freie Mozilla-Projekt hat am Mittwoch die lange erwartete Version 1.5 seines beliebten Browsers veröffentlicht. Außerdem wurden neue Vorversionen einer schlanken Web-Software namens «Firebird» sowie des neuen E-Mail-Programms «Thunderbird» vorgestellt. Alle drei Programme sind wie immer kostenlos und wurden unter Mitarbeit von zahlreichen Freiwilligen auf der ganzen Welt erstellt. Das Open-Source-Projekt, bei dem jeder auf den Programmcode der Software blicken kann, ist eines der größten weltweit. Geführt wird es von einer im Sommer angelegten Stiftung, der Mozilla-Foundation, die ihre Gründungsmittel vom Online-Dienst AOL erhielt, der das Projekt einst innerhalb der eigenen Tochterfirma Netscape betrieb.
Gleichzeitig mit Mozilla 1.5, der vor allem Verbesserungen bei der Benutzerführung und der Stabilität des Browsers bringt, leitete das Mozilla-Projekt einen Wechsel seiner Strategie ein. Sah man sich zuvor nur als Angebot für Profis, die die Mozilla-Technologie etwa in eigenen Software-Projekten nutzen wollten, wendet man sich nun direkt an
Endkunden. Damit reagiert Mozilla auf einen Trend, der schon vor mehreren Jahren begann: Immer mehr User, die mit dem von Microsoft mit Windows mitgelieferten Internet Explorer unzufrieden sind, laden sich Mozilla als Alternative herunter. Mit Mozilla 1.5 verfüge man nun über ein Produkt, das diesen Endkunden vollständig genüge, hieß es.
Mozilla hat ein neues Portal in einer Vorversion freigeschaltet, das Internet-Nutzern erklärt, was sie mit Mozilla und seinen Ablegern alles tun können - beispielsweise ohne Popup-Werbung surfen oder den Bildschirm mit so genannten Tabs besser ordnen. Erstmals wird die Software neben dem kostenlosen Download auch auf CD angeboten und zum Preis von 3 Dollar 95 plus Versandkosten weltweit verschickt. Außerdem wurde ein Telefonsupport eingerichtet.
Das Projekt tritt damit massiv gegen Microsofts Internet Explorer an, dessen Entwicklung schon länger stagniert.