13. Okt 2003 10:00
George W. Bush nutzt die Blogger-Bewegung für seine Wahlkampfkampagne. Die Konservativen erwidern damit den Weblog-Erfolg der Demokraten.
Die US-Wahlkampagne 2004, die die Wiederwahl des amtierenden US-Präsidenten George W. Bush samt seines Vizes Dick Cheney vorantreibt soll, wird von einem offiziellen Online-Tagebuch begleitet. Unter Georgewbush.com lässt Bush ein Wahlkampf-Weblog schreiben. Das Blog soll bis zum Wahltag im November 2004 Informationen über die Kampagne sowie aktuelle Entwicklungen im Netztagebuch-Stil liefern. Man will es damit Internet-Erfolgen des demokratischen Kandidaten Howard Dean und anderer Bush-Gegner gleich tun.
In der liberal geprägten amerikanischen Blogger-Szene sorgte das Bush-Weblog für Wirbel. Während einige Netztagebuch-Autoren das «Official Blog» der Wiederwahlkampagne zunächst für einen Scherz hielten, weil es auf den ersten Blick nicht sehr seriös wirkt, meinten andere, es habe mit echten Weblogs nichts zu tun.
Und tatsächlich läuft das Bush-Tagebuch derzeit vor allem hinaus auf eine Art Pressespiegel. Es finden sich positive Nachrichten über die Regierung sowie Hinweisen zu Auftritten von Kampagnensprechern oder Bush-freundlichen Prominenten. Auch wird es nicht persönlich von echten Bloggern geführt: Ein «Posted by Georgewbush.com» schließt die Einträge ab, die oft wie Pressemitteilungen wirken.
Im Gegensatz dazu wird im offiziellen Weblog von Howard Dean ein persönlicher Ton gepflegt: Zwar bloggt nicht der demokratische Kandidat selbst, sondern seine Kampagnenmitarbeiter. Die Beiträge sind aber immer mit Namen gekennzeichnet und treffen den typischen Blog-Stil, der auch das Arbeiten mit Links einschließt.
Im Bush-Blog wird hingegen vor allem im O-Ton kurz zitiert und zum Anschluss verlinkt, was unter Bloggern eher verpönt ist.