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«New York Times» will Weblog starten

07. Okt 2003 12:45
Die «New York Times» plant, eigene Weblogs einzuführen. Anregungen dazu holte sich der Chefredakteur der Online-Ausgabe auf einem Blogger-Kongress.

Len Apcar, Chefredakteur der Online-Ausgabe der «New York Times», hat auf der in Harvard zu Ende gegangenen Weblog-Kongress «Bloggercon» angekündigt, dass seine Zeitung die Einführung eigener Netztagebücher plant.

«Ich bin hier her gekommen, um Ideen rund um das Weblog zu sammeln», so Apcar. Der «Times»-Online-Chef weiß bereits, dass sein Blatt Weblogs künftig als Ergänzung der Website nutzen wird, in welchem Bereich und in welchem Format steht noch nicht fest.


Blog-Erfahrungen durch Foren und Kolumnen

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Auf der «Bloggercon» setzte sich Apcar in ein Panel mit zwei Weblog-erfahrenen Kollegen: Scott Rosenberg von Salon.com, und James Taranto, der für das «Wall Street Journal» eine Kolumne im Weblog-Stil schreibt.

Laut Aussagen von «New York Times»-Mann Apcar hat die Zeitung bereits eine Art Weblog: So antwortet der Kolumnist Nicholas Kristoff im «Times»-Forum auf Leserfragen und stellt Dinge online, für die er in seiner Print-Kolumne keinen Platz hatte. Das Projekt basierte auf einer internen Absprache zwischen Apcar und Kristoff.

Kritiker sollen starten

Mehr in der Netzeitung:
Die Pläne der «New York Times» im Blog-Bereich sind laut dem Medienwissenschaftler Jay Rosen, der an der Bloggercon-Veranstaltung mit Apcar teilnahm, noch nicht konkret ausformuliert. Sie sollen zunächst von Feuilletonisten (Literatur, Musik, Theater, Film) des Blattes geschrieben werden. Diesen wurde schon immer eine große redaktionelle Freiheit eingeräumt.

Auch sollen Events mögliche Weblogs auslösen: Beispielsweise die in den USA anstehende Präsidentschaftswahl. Ein Blog, dass die Berichterstattung der «New York Times» selbst aufs Korn nimmt, beispielsweise deren Gewichtung, konnte sich Apcar nicht vorstellen - das sei kaum durchsetzbar.

Links sterben schnell

Die Weblog-Konferenz schloss mit einer kritischen Frage von Gastgeber und Blog-Experte Dave Winer: Warum entfernt die «New York Times» ihre Artikel so schnell aus dem Web? Die in den Weblogs verlinkten «New York Times»-Artikel sind so bereits nach einer Woche nicht mehr zugänglich. Winer nannte diese Archiv-Politik «kurzssichtig».

Online-Chef Apcar wollte zu den Vorwürfen keine Stellung beziehen. Vielleicht ändert sich das, wenn die «New York Times» selbst zum Blogger wird.

 
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