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Filmstudios kämpfen erfolgreich gegen Raubkopien

02. Okt 2003 11:26
Kaum im Kino, schon im Netz: 'Hulk'
Im Kampf gegen die Internet-Piraterie hat die US-Filmindustrie zahlreiche Maßnahmen ergriffen – mit Erfolg. Auch die Oscar-Juroren erhalten keine Vorabkopien mehr.

Die US-Filmindustrie hat den Kampf gegen die Internet-Piraterie aufgenommen und nimmt ihn sehr ernst. Sie ist überzeugt, ihn im Gegensatz zur Plattenbranche vielleicht noch gewinnen zu können. Eine der Maßnahmen: Die Juroren des weltweit wichtigsten Filmpreises «Oscar» erhalten ab sofort von den Studios weder DVDs noch Videokassetten der nominierten Filme - zu gefährlich, sie könnten ja kopiert werden.

Keine Vorabkopien mehr

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Statt dessen müssen sich die 5600 Oscar-Juroren fast alle Filme wieder im Kino ansehen - nur Filme kleinerer Studios sind von der Regelung ausgenommen. So genannte «Screener», Vorabkopien von noch nicht erschienenen Filmen, sollen Internet-Piraten nicht mehr als qualitativ hochwertiges Ausgangsmaterial dienen. Dies war in den letzten zwei Jahren zunehmend der Fall gewesen. Aktuelle Studien konnten nachweisen, dass die Quelle von Raubkopien oft Insider der Filmbranche sind.

Organisiert hat die Kampagne die Motion Picture Association of America (MPAA), der mächtige Hollywood-Verband, der das Film-Pendant zur US-Plattenlobby RIAA (Recording Industry Association of America) darstellt.

Die Plattenindustrie hat zwar ebenfalls Anti-Piraterie-Maßnahmen ergriffen, beispielsweise Kopierschutzsysteme oder manipulierte CD-Vorabkopien für Journalisten (ebenfalls eine Quelle von Raubkopien). Doch letztlich herrscht bei der RIAA Panik, die in einer Klagewelle gegen amerikanische Privatpersonen mit zahlreichen Blamagen (Kinder und Senioren verklagt) kulminierte.

Mit Punkten gegen Piraten

Bei der Filmindustrie geht man hingegen leiser vor, schnappt sich die «Großen» wie einen Hacker, der die Comicverfilmung «Hulk» vor allen anderen ins Netz stellte und arbeitet mit technischen Methoden, über die niemand laut spricht.

Eine der Kopierschutzmaßnahmen sind die so genannten «MPAA Dots», die in jüngster Zeit in Kinofilmen aufgetaucht sind. Dabei handelt es sich um für Bruchteile einer Sekunde eingeblendete Punkte, über die sich die Herkunft einer Kopie nachweisen lässt, weil sie für jede Verleihkopie und jeden möglichen «Screener» neu angelegt werden können.

So kann die Anti-Piraterie-Abteilung der MPAA bei einer im Internet entdeckten High-Quality-Kopie sofort sehen, über welche Kanäle sie dort hingelangte. «Die MPAA wird uns alle mit heruntergelassenen Hosen erwischen», meinte ein Internet-Videopirat dazu. Doch die Piraten arbeiten bereits an einer Lösung: Sie wollen versuchen, die Punkte aus den Filmen zu entfernen. Es ist abzusehen, dass die MPAA dann mit einer anderen «Tracking-Methode» herauskommt.

 
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