Google-Spam nimmt zu
02. Okt 2003 10:15
Geschäftemacher und so genannte Suchmaschinenoptimierer sorgen dafür, dass die Suchergebnisse von Google immer schlechter werden. Viel kann Google nicht tun.
Wer derzeit typische Suchbegriffe etwa aus dem Bereich Online-Shopping in Google eingibt, wird sich wundern, wie viele inhaltsleere Suchergebnisse er erhält. Die Websites, die ganz oben stehen, haben meist inhaltlich nichts mit der Suchanfrage zu tun – Sie enthalten nur den populären Suchbegriff als «Pseudoinhalt».Der Grund für die vielen unbrauchbaren Suchergebnisse: So genannte Google-Spammer besetzen immer mehr Top-Positionen in Google, indem sie beliebte Suchbegriffe in ihre Websites mit aufnehmen, um sich nach vorne zu drücken. Die Suchmaschine kann zurzeit gegen dieses Manipulation des Suchergebnis-Ranking wenig tun, weil die Anbieter der Seiten ihr Angebot voll auf Google abgestimmt haben und sich regelmäßig neuen Entwicklungen anpassen.
«Suchmaschinenoptimierung»
So kennen die «Suchmaschinenoptimierer» die Art, wie Google konkret arbeitet - und nutzen sie für sich optimal aus. So enthalten die Spammer-Seiten immer einige Beschreibungen mit typischen Suchbegriffen, sind untereinander massiv verlinkt (zum Teil durch mehrere Hundert verschiedene Websites, die so genannten Linkfarmen) und besitzen allgemein einen Aufbau, wie Google ihn «liebt».Der so genannte Page Rank, die Bewertung der Wichtigkeit einer Seite in Google, ist dementsprechend hoch. Die Angebote werden durch die Manipulation als «sehr gutes Suchergebnis» eingestuft und landen ganz oben - der Nutzer findet sie sofort.
Geld durch Klicks generiert
Während die Hauptmotivation hinter der Suchmaschinenoptimierung noch immer ist, dass User tatsächlich auf eine entsprechende Website gelangen und dort beispielsweise einkaufen, setzt sich in letzter Zeit ein neuer Trend durch: Das Generieren von Geld durch Klicks. Hierbei nutzen Google-Spammer eines der zahlreichen «Sponsored Link»-Programme von Anbietern wie Overture (nun Yahoo) oder Espotting. Die Sponsored-Links-Anbieter bezahlen einen Website-Betreiber, wenn dieser Nutzer auf die Seite des Werbetreibenden führt. Klicks können dabei mehrere Euro teuer sein - pro Stück. Zudem gibt es seit Jahren Partnerprogramme kleinerer und größerer Websites wie Amazon oder Ebay, die ebenfalls für diese «Weiterleitungen» zahlen.
Zweifelhaftes Geschäftsmodell
Das Geschäftsmodell des erfolgreichen Google-Spammers sieht demnach ungefähr so aus: Er baut eine suchoptimierte Seite, die als eigentlichen Inhalt (neben für Google eingebauten «Pseudoinhalten») bezahlte Links enthält. Durch die hohe Suchmaschinenposition werden zahlreiche Nutzer auf seine Seite geleitet, die schon deshalb die bezahlten Links anklicken, weil sie aus einem solchen «Horrorangebot» herauswollen.Auf diese Art machen einige Google-Spammer vier bis fünfstellige Euro-Beträge im Monat, so die Einschätzung von Experten.
Für das Web ediert von Ben Schwan