Zeitungs-Weblogs mit Ethikproblemen
25.09.2003
Herausgeber: netzeitung.de
Der Grund: Weintraub hatte eine umstrittene Bemerkung über den stellvertretenden Gouverneur Cruz Bustamente gemacht. Die folgende Leserkritik löste intern einen Überprüfungsprozess aus, in wie weit es überhaupt gestattet sein sollte, dass ein Autor ohne das Gegenlesen durch einen Redakteur sein Material ins Web stellen darf.
In der Weblog-Community löste die Entscheidung, das Weblog zu redigieren, Proteste aus: Bisher galt es als eines der wesentlichen Elemente von Blogs, dass Texte nicht redigiert werden. Mickey Kaus, bekannter Blogger für das renommierte Netzmagazin «Slate», vermutete interne Machtkämpfe als Grund für die Entscheidung: «Er schlug die News-Redaktion regelmäßig.»
Doch auch der Leser hat ein Wort mitzureden: Jason McCabe Calacanis, Ex-Gründer der einst großen New Yorker Internet-Zeitschrift «Silicon Alley Reporter» und derzeit mit einem eigenen Weblog-Angebot in Planung, meinte, diese wüssten doch, wie Weblogs funktionierten: «Die Öffentlichkeit will, dass Weblogs nicht ediert werden.» Die Öffentlichkeit wisse, dass die neue Mediengattung schnell produziert werde und Fehler enthalten könne. Man müsse dass aber offen zugeben. Von einer «New York Times», die erst kürzlich vom Textfälscherskandal des Jayson Blair geschüttelt wurde, erwarte man hingegen, dass sie alle Texte vor Drucklegung überprüfe. «Dass sie nicht überprüft ist, wissen wir (nun) alle.»
Für das Web ediert von Ben Schwan

