Netzeitung: Wieso fühlt sich die Open-Source-Szene mit Linux und Co. so stark betroffen?Gehring: Das Patentrecht verlangt nach Geheimhaltung bis zur Patentanmeldung. In einem offenen Produktentwicklungsprozess gibt es derlei Geheimhaltung nicht. Open Source-Entwickler können daher keine Patente erwerben, um sie gegebenenfalls zum Tausch gegen andere, benötigte Technologiepatente einzutauschen, oder sich gegen Patentverletzungsklagen zur Wehr zu setzen. Dadurch sind sie angreifbarer als beispielsweise Firmen wie IBM, Sun oder Microsoft, die über ein großes Patentportfolio verfügen.
Netzeitung: Wie erfolgreich waren die Demonstrationen und Aktionen der Bewegung bislang?
Gehring: Erstaunlich erfolgreich, glaubt man den optimistischen Meldungen der letzten Tage. Die von US-Unternehmen unterstützten Hardliner mussten zumindest teilweise von ihren Positionen abrücken und europäische Interessen sind wieder Gegenstand der Diskussion. Das ist mehr, als vor ein paar Monaten noch zu erhoffen war.
Netzeitung: Sind in Amerika nicht bereits ähnliche Regelungen in Kraft?