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Stadt Wien prüft Umstellung auf Linux

10. Sep 2003 22:57
In Wien sollen die Arbeitsplätze der Verwaltung auf die Open-Source-Software umgestellt werden. Auch Brasilien und Fernost suchen Alternativen zu Microsoft-Windows.

Die Magistratsabteilung in Wien prüft, an den Arbeitsplätzen der Verwaltung mittelfristig das Betriebssystem Linux einzusetzen. Die Stadt hat einen Antrag der Grünen in Wien positiv beantwortet, der die Einführung frei erhältlicher Software gefordert hatte.

«Offene Software» für «offene Stadt»

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  • Die Wiener Grünen bemängeln am Plan der Verwaltung allerdings, dass dieser zu zögerlich sei: «Wir wünschen uns von der Stadt Wien mehr politischen Mut zu Linux in der Verwaltung. Denn eine offene Stadt braucht offene Software-Standards», kritisierte die Technologiesprecherin der Grünen, Marie Ringler.

    Die Wiener Verwaltung fürchtet bei einem schnellen Umstieg die dabei anfallenden Kosten: Da das Nutzungsrecht an den Produkten von Microsoft bis 2007 laufe, fielen zum einen keine Lizenzkosten für weitere Produkte an. Zum anderen bringe ein früherer Umstieg auf alternative Systeme höhere Kosten.

    Alternative Open-Source in Brasilien

    In der jüngsten Zeit hatten mehrere staatliche Behörden bekannt gegeben, in Zukunft ihre Arbeitsplätze mit Open-Source-Produkten auszustatten. So wurde am Montag bekannt, dass der brasilianische Präsident Lula da Silva an einer Grundsatzerklärung arbeite, die den Behörden empfehle, künftig freie Software zu verwenden.

    Ziel sei es, zitierte das «Wall Street Journal» am Montag den brasilianischen Präsidentenberater Sergio Amadeu, dass 80 Prozent der im kommenden Jahr zu beschaffenden Software mit Open-Source-Produkten laufen solle.

    Seit dem Wahlsieg der brasilianischen Arbeiterpartei gewinnt die Open-Source-Bewegung deutlich an Einfluss. In vier brasilianischen Bundesstaaten wurde die Förderung quelloffener Software gesetzlich festgeschrieben. Auf nationaler Ebene plant die Arbeiterpartei ein ähnliches Programm.

    Asiatisches Anti-Windows

    Anfang September hatten die Regierungen von Japan, Südkorea und China bekannt gegeben, gemeinsam eine Open-Source-Alternative zu Windows entwickeln. Die Staaten wollten sich vom Monopol des amerikanischen Softwarekonzerns unabhängig machen, berichtete die Computerwoche.

    Kern des asiatischen Projektes solle das Open-Source-Betriebssystem Linux sein. «Alle drei Länder denken, dass die Dominierung eines Marktes durch ein einziges Unternehmen keine gute Sache ist», zitierte die Computerwoche einen Sprecher des japanischen Ministeriums für Wirtschaft, Handel und Industrie.

    Darüber hinaus sei es geplant, freie Anwenderprogramme für Textverarbeitung und Tabellenkalkulation zu entwickeln.

     
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