netzeitung.deLinux-Vertreter wehren sich gegen SCO-Anschuldigung

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Der Streit um den Quellcode von Linux gerät zum offenen Schlagabtausch: Vertreter der Open-Source-Software warfen dem SCO-Chef vor, Lügen zu verbreiten.

Die beiden Open-Source-Befürworter Eric S. Raymond und Bruce Perens bestreiten, dass die Linux-Szene einen Webserver der Software-Firma SCO angegriffen hat. Sie bezeichneten Anschuldigungen des Firmenchefs von SCO, Darl McBride, als «Lügen, Halbwahrheiten, Ausflüchte und Beschimpfungen», wie der Branchen-Dienst Golem meldet.

Nicht verantwortlich für Webserver-Attacken
McBride hatte am Dienstag auf der Website seiner Firma einen offenen Brief an die Anhänger der frei zugänglichen Software adressiert. Dabei warf er ihnen unter anderem vor, für die Angriffe auf den Webserver von SCO im August verantwortlich gewesen zu sein.

Eric R. Raymond erwiderte, die Attacken auf die Website von SCO seien hingegen erst beendet worden, nachdem er selbst öffentlich dazu aufgerufen habe. Außerdem wiesen Raymond und Perens den Vorwurf zurück, dass der Quellcode des freien Betriebssystems Linux gestohlene Zeilen aus der von SCO entwickelten Software Unix enthalte: «Für uns Software-Entwickler sind Urheberrechte unser wichtigstes Pfund».

Kein Urheberrecht verletzt
Open-Source-Software laufe unter einer Lizenz, die nicht gegen, sondern für das Urheberrecht arbeite, betonten Raymond und Perens: «Wir weisen den Versuch, unserer Community als wilde Meute von Dieben geistigen Eigentums darzustellen, als haltlos und destruktiv zurück.»

Der von der Open-Source-Community entwickelte Code sei für jeden offen einsehbar. Das könne man von der Software, die SCO entwickele, nicht behaupten: «Wer weiß, welche Verletzungen von Urheberrechten, entfernten Copyrights, gestohlenen Technologien sich in den Tiefen geschlossener Quelltexte verbergen?»

Keine Grund für Verhandlungen
Raymond und Perens betonten, das Betriebssystem Linux sei das Werk der Open-Source-Entwickler und deren rechtmäßiger Besitz. Linux gehöre nicht SCO und werde auch niemals der kleinen Firma aus Utah gehören. Wenn McBride es wirklich ernst meine mit seinen Anschuldigungen, solle er angeblich geklauten Code offen legen, damit man darüber diskutieren könne. Ansonsten sähen die beiden Open-Source-Vertreter keinen Grund für Verhandlungen. (nz)