GSM-Handys belauschbar
05.09.2003
Herausgeber: netzeitung.de
Die Entschlüsselungstechnik des israelischen Kryptografen Eli Biham funktioniert mit der «Mann-in-der-Mitte»-Methode. Dabei gibt sich das Lauschgerät als Basisstation aus und nutzt eine Schwäche des Handys. Denn bevor Sprachdaten verschlüsselt ins Netz gesendet werden, bereinigt das Mobiltelefon das Gesprochene zunächst unverschlüsselt, um Nebengeräusche zu vermeiden.
Das Besondere an der Abhörtechnik sei, dass Mobiltelefone bereits ab dem ersten Klingelton abgehört werden können, erklärte Biham. Ältere GSM-Abhörmethoden müssten mindestens mehrere Minuten lang Daten erfassen, um überhaupt einen Angriff starten zu können. Die israelische Methode funktioniere sowohl mit der älteren «A5/2»-Verschlüsselungtechnik, als auch mit einer neuen Version aus dem Jahre 2003.
In Deutschland benutzt die Polizei dazu den bei Datenschützern umstrittenen «IMSI Catcher», der zur Erstellung von Bewegungsprofilen dient und zur Fahndung eingesetzt wird. Auch sind Methoden wie die des Technion-Israel-Teams nicht immer notwendig: So kam es in der Vergangenheit vor, dass die Kommunikation zwischen Handy und Basisstation überhaupt nicht verschlüsselt wurde. Dann ist lediglich ein Gerät notwendig, dass aus den GSM-Digitaldaten wieder normal hörbare Töne macht.
Für das Web ediert von Ben Schwan

