Google bringt Adsense-Werbung nach Deutschland
05.09.2003
Herausgeber: netzeitung.de
Bislang laufe bereits ein erster Betrieb mit großen Websites von Tomorrow Focus, Burda Digital und Gruner + Jahr, doch an einer Variante für weitere deutsche Inhalteanbieter werde derzeit gearbeitet. Einen genauen Termin für die Verfügbarkeit nannte Meyer nicht.
Bei «Adsense» wird die als äußerst erfolgreich geltende Google-Textwerbung nicht nur in der Suchmaschine, sondern auch auf Seiten anderen Anbieter gezeigt. In den USA können sich an dem Programm inzwischen kleine Websites und Blogs beteiligen, sofern sie ein redaktionelles Angebot haben - und so Geld verdienen, denn Google teilt die Einnahmen mit den Seiten, auf denen die Werbung angezeigt wird.
Ein Werbetreibender bucht zuvor bestimmte Begriffe, bei denen seine Werbung auf Seiten im Internet auftauchen soll. Sie erscheint innerhalb der Suchmaschine bei deren Eingabe und außerdem auf passenden Inhalte-Seiten. Zuvor werden auf der Websites die Texte analysiert, ob sie in einem sinnvollen Kontext stehen. Technisch funktioniert diese Prozedur erstaunlich gut.
Der Google-Deutschland-Vertriebschef nannte das «Adsense»-Verfahren gegenüber der Netzeitung eine Methode, Website-Betreibern eine Möglichkeit an die Hand zu geben, tatsächlich stabile Umsätze aus ihren Sites zu generieren: «Viel Arbeit ist dafür nicht nötig.» Googles Ziel, so meinen Marktbeobachter, ist es, neben der Dominanz bei den Suchmaschinen auch auf möglichst vielen anderen Websites mit Werbung vertreten zu sein. Kosten tut dies die Suchmaschine bei «Adsense» nur dann etwas, wenn die Werbung angeklickt wird. Denn nur dann wird ein Teil der Werbegebühr an die Inhalteanbieter fällig. Ansonsten werden die als einfache Textreklame ausgeführten Google-Links, die «Adwords», ständig kostenlos eingeblendet.
Marktbeobachter sind sich nicht sicher, ob «Adsense» als Werbeformat tatsächlich so gut funktioniert, wie dies die Werbung in Suchmaschinen tat. Während bei dieser ein Nutzer tatsächlich etwas suche und dann durch die passende Werbung möglicherweise direkt seinen «Treffer» finde, unterscheide sich kontextbezogene Reklame auf Inhalte-Websites von regulären Bannern zu wenig. Jedoch gab Google Deutschland-Vertriebschef Meyer gegenüber der Netzeitung der altbekannten Web-Werbung eine Überlebenschance: «Textlinks performen sehr gut, aber es gibt durchaus Platzierungen, wo andere Werbeformen auch funktionieren.»
Für das Web ediert von Ben Schwan

