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Google bringt Adsense-Werbung
nach Deutschland

05. Sep 2003 16:46
Google will sein Angebot an Netzreklame in Deutschland ausbauen. Das in den USA gebräuchliche «Adsense»-Format soll auch für kleinere Seiten angeboten werden.

Die Suchmaschine Google plant, ihr in englischsprachigen Ländern bereits verfügbares «Adsense»-Werbeformat für Internet-Inhalteanbieter auch nach Deutschland zu holen. Das bestätigte Holger Meyer, Vertriebsschef der deutschen Google-Niederlassung, der Netzeitung.

Bislang laufe bereits ein erster Betrieb mit großen Websites von Tomorrow Focus, Burda Digital und Gruner + Jahr, doch an einer Variante für weitere deutsche Inhalteanbieter werde derzeit gearbeitet. Einen genauen Termin für die Verfügbarkeit nannte Meyer nicht.

Bei «Adsense» wird die als äußerst erfolgreich geltende Google-Textwerbung nicht nur in der Suchmaschine, sondern auch auf Seiten anderen Anbieter gezeigt. In den USA können sich an dem Programm inzwischen kleine Websites und Blogs beteiligen, sofern sie ein redaktionelles Angebot haben - und so Geld verdienen, denn Google teilt die Einnahmen mit den Seiten, auf denen die Werbung angezeigt wird.

Ein Werbetreibender bucht zuvor bestimmte Begriffe, bei denen seine Werbung auf Seiten im Internet auftauchen soll. Sie erscheint innerhalb der Suchmaschine bei deren Eingabe und außerdem auf passenden Inhalte-Seiten. Zuvor werden auf der Websites die Texte analysiert, ob sie in einem sinnvollen Kontext stehen. Technisch funktioniert diese Prozedur erstaunlich gut.

Google goes Content

Mehr in der Netzeitung:
Bezahlt wird die Werbung pro Klick, der Preis für ein Schlagwort wird unter den Werbeanbietern in einem Auktionsprozess bestimmt. Ein Klick kann dabei bis zu 10 Dollar und mehr kosten. Wie viel davon an die Seitenbetreiber geht und wie viel Google einbehält, verraten die Betreiber der Suchmaschine aber nicht: «Wir teilen den Umsatz mit den Website-Anbietern», sagte Meyer nur. Bei üblichen Werbeverträgen mit Agenturen geht im Durchschnitt nur noch die Hälfte des Geldes an die Inhalteanbieter.

Der Google-Deutschland-Vertriebschef nannte das «Adsense»-Verfahren gegenüber der Netzeitung eine Methode, Website-Betreibern eine Möglichkeit an die Hand zu geben, tatsächlich stabile Umsätze aus ihren Sites zu generieren: «Viel Arbeit ist dafür nicht nötig.» Googles Ziel, so meinen Marktbeobachter, ist es, neben der Dominanz bei den Suchmaschinen auch auf möglichst vielen anderen Websites mit Werbung vertreten zu sein. Kosten tut dies die Suchmaschine bei «Adsense» nur dann etwas, wenn die Werbung angeklickt wird. Denn nur dann wird ein Teil der Werbegebühr an die Inhalteanbieter fällig. Ansonsten werden die als einfache Textreklame ausgeführten Google-Links, die «Adwords», ständig kostenlos eingeblendet.

«Adsense» verbreitet

Mehr im Internet:
Bislang hat Google rund 100.000 Werbekunden in der ganzen Welt erwerben können. Das «Adsense»-Format hat sich dabei innerhalb weniger Monate stark im ganzen englischsprachigen Web verbreitet - von spezialisierten großen IT-Websites wie «Slashdot» bis hin zu «Micropublishern», Einzelanbietern von Inhalten im Web, die damit ihren Lebensunterhalt verdienen.

Marktbeobachter sind sich nicht sicher, ob «Adsense» als Werbeformat tatsächlich so gut funktioniert, wie dies die Werbung in Suchmaschinen tat. Während bei dieser ein Nutzer tatsächlich etwas suche und dann durch die passende Werbung möglicherweise direkt seinen «Treffer» finde, unterscheide sich kontextbezogene Reklame auf Inhalte-Websites von regulären Bannern zu wenig. Jedoch gab Google Deutschland-Vertriebschef Meyer gegenüber der Netzeitung der altbekannten Web-Werbung eine Überlebenschance: «Textlinks performen sehr gut, aber es gibt durchaus Platzierungen, wo andere Werbeformen auch funktionieren.»

 
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