04. Sep 2003 10:11
Eine neue US-Studie prophezeit physikalischen Datenträgern wie CDs oder DVDs den baldigen Tod. Die Speichermedien würden bald den Weg der Vinyl-LP gehen, glaubt der IT-Marktforscher Forrester.
Das Instititut rechnet demnach damit, dass bis 2008 insgesamt 33 Prozent des Musikmarktes auf CD ins Internet wandern. Noch erstaunlicher: Auch der heute boomende Bildspeicher DVD wird gegenüber dem Netz schnell Marktanteile verlieren. Forrester sieht in fünf Jahren bereits 19 Prozent des Heimvideomarktes online. Die zunehmende Verbreitung von Breitbandnetzen (DSL, Kabel) mache das möglich.Der Forrester-Forscher Josh Bernoff sagte gegenüber dem US-Fachblatt «Hollywood Reporter», er rechne auch damit, dass es den Videotheken an den Kragen ginge, sobald nutzbare «Video on Demand»-Angebote (VOD) der Industrie bereitstünden: «Es beginnt mit dem Verleih und dann wird auch der Verkauf anfangen, zurückzugehen.» Bernoff sagte voraus, dass sich VOD vor allem in den Fernseher integriert: «Die Leute werden Zugriff auf alles haben, was sie wollen, direkt am TV.» Der Markt wandele sich nur teilweise aufgrund der Dateitauschpiraterie. Die Bemühungen der Studios, Kabelfirmen und Telekom-Unternehmen seien die treibende Kraft.
Die Verbreitung von Internet-Mediendownloads ist in den USA inzwischen groß - die Zahlen schließen legales wie illegales Herunterladen mit ein. Laut Forrester bezogen im letzten Monat 49 Prozent der 12- bis 22jährigen in den USA Musik aus dem Netz. Die Hälfte der Downloader sagte, sie kaufe nun weniger Tonträger - 700 Millionen Dollar gingen seit 1999 dementsprechend durch Downloads an CD-Umsätzen verloren.Außerdem wird auch das Herunterladen von Videos immer beliebter: Einer von fünf zumeist jungen Dateitauschern hat es bereits getan. Doch die Medienkonzerne müssen nicht um ihren Bestand fürchten: Forrester sieht im Download-Bereich einen Milliardenmarkt, der verlorene Umsätze bei den physikalischen Datenträgern wett machen kann: «Portale und Kabel-TV gewinnen den On-Demand-Wettbewerb», heißt es in der Studie dennoch optimistisch. Außerdem werden Vertriebskosten eingespart.