Journalisten schauen in die Weblog-Welt
02.09.2003
Herausgeber: netzeitung.de
Leander Kahney, ein Reporter beim beliebten US-IT-Nachrichtendienst «Wired News», gibt zu, regelmäßig auf die Weblog-Indizes zu schauen. «Wieso? Vor allem Eitelkeit. Ich will sehen, wie meine Geschichten ankommen, und bin neugierig, wie weit sie nach oben steigen, wer sie verlinkt und was über sie gesagt wird», so Kahney zu «OJR». Für Kahneys Redaktion haben die Blogs den Vorteil, dass sie bereits «substanziellen Seitenabrufe» generieren - sowohl über die Indizes, als auch über Weblog-Einträge selbst. Neben den Netzjournalisten, die über Online-Themen schreiben und daher besonders hoch gewichtet werden, sind es inzwischen auch fortschrittliche politische Autoren, die die «Blogger-Charts» lesen.
Ob man auf Blog-Indizes tatsächlich achten soll, ist auch in den USA umstritten. So geben eher traditionell orientierte Reporter auf die Weblog-Wertung bislang noch wenig: Robert X. Cringeley, ein Urgestein unter den amerikanischen Computer-Journalisten, der regelmäßig gute Weblog-«Quoten» bekommt, sagte zu «OJR», er lese Blogdex und Co. nicht. «Ich finde, dass Weblogs zu sehr mit sich selbst beschäftigt sind. Die Leute machen kaum Nachrichten, sondern reagieren und zeigen nur auf sie. Dafür habe ich keine Zeit. Ich gehe tatsächlich raus, um die News zu finden und darüber zu schreiben - auf die gute, alte Art.»
Für das Web ediert von Ben Schwan

