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Werber streiten um Internet-Reklameplätze

25. Aug 2003 12:06, ergänzt 12:12
Google und Overture haben ein Problem, das man bei Online-Werbung so bislang nicht kannte: Die Kosten für Werbeplätze sind stark gestiegen. Die Kunden überbieten sich gegenseitig.

Bannerwerbung ist out, Textreklame auf Portalen und in Suchmaschinen dagegen in: So stellt sich der Internet-Werbemarkt derzeit in den USA und demnächst wohl auch in Deutschland dar.

Nach einem Bericht des US-IT-Nachrichtendienstes «Wired News» zufolge nimmt das Geschäft mit dem so genannten «Keyword Advertising», bei dem statt riesiger Werbefenster kurze Textlinks passend zu Suchbegriffen eingeblendet werden, in den letzten zwei Jahren massiv zu.


Das Institut Jupiter Research erwartet, dass der Umsatz bei den bezahlten Suchmaschineneinträgen in diesem Jahr um 50 Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar ansteigen wird. Bis 2008 soll der Umsatz 14,8 Milliarden Dollar betragen.

«Geht ab wie eine Rakete»

Mehr in der Netzeitung:
Ein Indikator für den Erfolg sind die Preise, die inzwischen für «gute Wörter» gezahlt werden. Bei den marktführenden Anbietern Google Adwords und Overture (demnächst eine Tochter von Yahoo) können die Werbetreibenden ihre Positionierung bei einem Suchbegriff ersteigern.

Das führt in letzter Zeit zum Ausverkauf der besten Plätze sowie dem Hochtreiben der Preise für sie - laut «Wired News» gingen diese in den letzten Monaten «ab wie eine Rakete». «Viele Neulinge blasen den Markt auf», so Dana Todd von der Web-Service-Firma Sitelab auf einer Fachkonferenz letzte Woche in San Jose.

Attraktive Keywords teuer

Inzwischen gibt es attraktive Keywords, deren Preis sich in den letzten zwei Jahren verzehnfacht hat. Werber zahlen hierbei «pro Klick» - erst wenn ein Nutzer tatsächlich auf den Reklamelink geht, müssen die Firmen zahlen. Auf diese Art soll sichergestellt werden, dass sich Werbung tatsächlich rechnet - bei Bannern werden oft einzelne Einblendungen bezahlt.

Für Google und Overture lohnt sich das Geschäft vor allem deswegen, weil sie eine so hohe Seitenabrufdichte haben - selbst sehr spezielle Suchbegriffe werden noch oft genug angeklickt. Kleine Anbieter haben sich so über «Adwords» und Co. bereits Existenzen aufbauen können - mehr und mehr setzen zahlreiche rein Internet-basierte Unternehmen ausschließlich auf diese Werbeform.

Werbeform bedroht

Mehr im Internet:
Anwender des Keyword Advertising überlegen nun, ob die Preissteigerung Auswirkungen auf die Effektivität der Werbeform haben könnte. Google versucht jetzt, seine Adwords möglichst breit im Web zu streuen: Inzwischen können auch viel gelesene Weblogs und andere Websites Google-Werbung aufnehmen und werden pro Reklameklick bezahlt. Dazu analysiert die Suchmaschine vorab den Inhalt eines Angebotes und blendet passende Werbung ein - das soll ähnlich effektiv sein, wie die Textlinkschaltung per Suchbegriff.
 
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