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Moblogs im Blackout-Fieber

19. Aug 2003 11:18
Moblog
Der Stromausfall in Nordamerika wurde auf privaten Homepages eifrig dokumentiert. Per Fotohandy hielten die Betroffenen ihre Eindrücke fest und stellten sie mobil ins Internet.

Nicht nur Reporter und Journalisten dokumentierten am vergangenen Freitag den größten Blackout der amerikanischen Geschichte. Während in New York und anderen Städten im Nordosten der USA die Lichter ausgingen, stellte ein neues Internet-Medium unter Beweis, dass eindrucksvolle Live-Bilder nicht immer von den offiziellen Medien stammen müssen.

Stichwort: Moblog
Von engl. "mobile web log": Eine Homepage mit Tagebuchfunktion, auf der per Handy Texte oder Fotos veröffentlicht werden können.
Auf privaten Weblogs präsentierten die US-Bürger «ihre» Bilder vom Blackout.

Ermöglicht wird das sofortige Veröffentlichen von Fotos im Internet über das so genannte «Moblog», das mobile Weblog.

Per Fotohandy knipsten die betroffenen Großstädter Bilder vom Stromausfall. Die Eindrücke wurden über die Mailfunktion des Mobiltelefons verschickt und automatisch auf der privaten Homepage, dem Moblog, veröffentlicht.

Allerdings kam es nicht, wie von einigen Internet-Medienexperten vorausgesagt, dazu, dass die ersten, wichtigsten Live-Bilder von den Fotohandys stammten. Stattdessen fingen die Geräte, etwa im Moblog «blackout.textamerica.com», die aktuelle Stimmung auf den Straßen ein.

Fotokollektionen aus dem dunklen New York

Mehr in der Netzeitung:
Die Moblogs kämpften mit widrigen Bedingungen: Waren neben dem Strom auch vielfach die Mobilfunknetze ausgefallen. Batterien und Kerzen zu besorgen war vielen Bloggern wichtiger, als schnell ein Moblog zum Thema Stromausfall ins Netz zu bringen. Das Einrichten eines Themen-Weblogs besorgten aber Menschen außerhalb der betroffenen Regionen, die darauf hofften, aktuelle Fotos zu erhalten. Bei «blackout.textamerica.com» gelang es.

Andere Sites veröffentlichten beeindruckende Fotokollektionen in hoher Auflösungen aus dem dunklen New York, so etwa IT-Experte John Wehr. Das Thema Stromausfall beherrschte auch die Weblog-Indizes Blogdex, Technorati und Daypop, die regelmäßig listen, welche Themen derzeit in der Netztagebuchszene aktuell besprochen werden.

«New York Notebook» mal unpolitisch

Mehr im Internet:
Neben den Moblogs beschäftigten sich vor allem die regulären, nicht mobilen Netztagebücher mit dem Blackout. So schildert etwa die freie Journalistin Amy Langfield in ihrem Weblog «New York Notebook», ihr Erlebnis als plötzlich ihre U-Bahn im Tunnel feststeckte. «16 Uhr 10. Die U-Bahn hält an. Die Klimaanlage geht aus», hieß es dort, wo sonst eher Politisches nachzulesen ist.

Zwei Stunden lang musste Langfield im U-Bahnschacht ausharren. Um später in ihrem Netztagebuch darüber zu berichten, machte sie sich die ganze Zeit über Notizen. Auch Tage später hielt sie ihre Leserschaft über die aktuelle Energiesituation in ihrem Umfeld auf dem Laufenden.

 
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