netzeitung.deNapster 2.0 will besser als iTunes sein

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Napster kommt zurück. Der neue Besitzer Roxio hat Details zur neuen Version bekannt gegeben: Ende 2003 will Napster mit einem neuartigem Kombimodell alte und neue User begeistern.

Napster, der einst so beliebte, aber illegale Filesharing-Service, will zu Weihnachten neu starten. Dieses Vorhaben war bereits bekannt. Welche Dienste «Napster 2.0» anbieten wird, teilte Betreiber Roxio, ein Spezialist für CD- und DVD-Brennprogramme, nun mit. Laut dem «San Francisco Chronicle» am plant Napster eine Kombination aus Downloads, einem Abo-Modell mit Pauschalpreis, eigenen Inhalten und Internet-Radio-Stationen.

Damit verbindet Napster 2.0 Angebote von bereits seit längerem agierenden Konkurrenten wie Apples erfolgreichem iTunes Music Store (Downloads zu 99 Cent) und dem noch recht zäh laufenden Rhapsody (Abo- und Radio-Modell, bei dem man ständig online sein muss, Downloads als Zusatzangebot) der Firma Real Networks.

Mit Kombinationsmodell User locken
«Die Kunden werden erstmals die Wahl zwischen A-la-Carte-Downloads und einem Abonnement haben», so Roxios Chef Chris Gorog zum neuen Napster. Seine Firma hatte die Marke im November 2002 für nur fünf Millionen Dollar aus der Insolvenzmasse gekauft, nachdem die Musikindustrie Napster mit Gerichtsverfahren schließlich in den Konkurs getrieben hatte.

Roxio erwarb anschließend im Mai 2003 den schlecht laufenden Musikdienst Pressplay der Plattenlabels Sony Music und Universal Music - dieser dient für Napster 2.0 offenbar als technische Plattform. Außerdem besitzt Pressplay zahlreiche Lizenzen für Musik, so dass Napster 2.0 mit wohl insgesamt 500.000 Titeln starten können wird. Die Songs stammen sowohl von den fünf großen «Majors», den wichtigsten Plattenfirmen, als auch von den kleineren und unabhängigen Independent-Labels.

Preis soll Appetit anregen
Roxio-Chef Gorog wollte laut «San Francisco Chronicle» noch nicht sagen, wie viel Napster 2.0 kosten wird. Er ging aber davon aus, dass die Nutzer mit einzelnen Downloads beginnen und anschließend ins Abomodell wechseln würden: «Sie werden schnell nach zehn oder 15 Songs feststellen, dass sie für den gleichen Preis Zugriff auf Hunderte von Songs haben können.»

Dem Bericht zufolge wird das neue Napster die Möglichkeit bieten, Titel mehrere Male auf CD zu brennen und Titel auf tragbare Musikspieler zu transferieren. Welche Form von «Digital Rights Management» zum Rechteschutz zum Einsatz kommt, und wie strikt diese ist, blieb bislang im Dunkeln. Angesprochen werden mit Napster 2.0 nur PC-Benutzer, obwohl Roxio auch Mac-Software herstellt. Beobachter geben dem Dienst vor allem wegen seines bekannten Namens eine Chance.


Für das Web ediert von Ben Schwan