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User glauben Spamversprechen

07. Aug 2003 10:45
Nicht jeder löscht lästige Werbemails sofort ungelesen. Einige Empfänger glauben offenbar den überzogenen Versprechungen von Spammails.

Werbung per Spam lohnt sich offenbar deutlich mehr, als bislang angenommen. Von den Massenmails, die der windige Potenzmittelanbieter «Amazing Internet Products» für sein Penisvergrößerungsmedikament «Pinacle» innerhalb des Monats Juli verschickte, führten immerhin 6000 zu Bestellungen.

Dies belegte, wie der US-IT-Nachrichtendienst «Wired News» meldet, eine wegen einer Sicherheitslücke frei im Internet verfügbare Logdatei mit Kundendaten der Firma.

Kleiner Penis ganz groß

Mehr im Internet:
Die meisten User hätten zwei jeweils 50 Dollar teure Flaschen mit den Sexual-Pillen gekauft. Die Werbebotschaft lautet: «ENLARGE YOUR PENIS!» Hier handelte sich um Spam von Amazing Internet Products. Die Vorgehensweise ist typisch: In der Mail wird eine Adresse mit einer Bestellwebsite genannt, der Absender aber gefälscht oder die Anschrift eines unschuldigen Dritten eingefügt hat.

Erstaunlicherweise handelt es sich bei den Pinacle-Kunden um eine Klientel, von der man das Reagieren auf Spam-Mails kaum erwartet hätte: So seien Firmenchefs, Tierärzte, Militärangestellte, aber auch der Manager eines sechs Milliarden Dollar schweren Fonds aus New York darunter, so «Wired News». Sogar Frauen bestellten.

«Im Fernsehen beworben»

Mehr in der Netzeitung:
Ein Verkäufer aus San Diego, den «Wired News» zu seinem Spam-Einkauf interviewte, meinte, die Penis-Website habe ein «Wie im Fernsehen beworben»-Signet getragen: «Dashat mich veranlasst, zu denken, dass die Sache okay ist.» War sie aber nicht: Seine Bestellung von Anfang Juli über zwei Fläschchen Pinacle kam aber noch immer nicht an.

Wenigstens enthielt die Kundendatei nicht nur enthusiastische Besteller: Auch viele Spam-Opfer machten sich im Bestellformular Luft - etwa eine Mutter, deren 10 Jahre alter Sohn die unfeinen Müllmails erreichte. Laut «Wired News» steht hinter Amazing Internet Products ein 19-jähriger Schulabbrecher aus New Hampshire, der mit einem ehemaligen Neonazi zusammenarbeitet. Um die Effizienz des Potenzmittels «Pinacle» steht es übrigens schlecht: Es funktioniert wohl nicht.

 
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