SCO will 699 Dollar pro Linux-Server
06. Aug 2003 14:17
Der Software-Anbieter SCO meint, Linux verletze sein Copyright. Linux-Nutzer in Firmen sollen künftig eine Lizenzgebühr bezahlen, 699 Dollar pro Server.
Die so genannte «Lizenz zur Lizenzierung des geistigen Eigentums von SCO an Linux» sollen nach SCOs Meinung künftig Firmen für jeden ihrer Linux-Server kaufen. Dies soll als eine Art Versicherung gelten, dass sie von SCO künftig nicht verklagt werden können. «Wir glauben, dass es notwendig ist, dass kommerzielle Nutzer von Linux 2.4 oder später eine richtige Lizenz von SCO erwerben, um unsere Rechte nicht zu verletzen», so ein SCO-Sprecher.
Hoher Preis für Linux
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Man habe «viel unlizenzierten Unix-Code» in dem eigentlich kostenlosen Linux entdeckt. Der Preis, den die Firma verlangt, ist hoch: 699 Dollar pro Server-Computer mit einem Prozessor in Unternehmen - als Einführungsangebot bis Oktober, danach wird es doppelt so teuer. Büro-Anwender werden bislang nicht belangt, Lizenzen dafür seien aber in Planung, so SCO.SCOs Anschuldigung, Linux enthalte gestohlenen Code aus dem nach mehreren Aufkäufen in SCOs Händen befindlichen Profibetriebssystem Unix, ist weitläufig umstritten. Nichtsdestotrotz reichte SCO eine Klage auf Schadenersatz in Höhe von bis zu drei Milliarden Dollar gegen den IT-Konzern IBM ein, weil dieser Unix-Rechte verletzt und SCO-Code an die Linux-Community weitergegeben habe. Andere Firmen sollen laut SCO ebenfalls verklagt werden.
Briefe an Firmen
Gleichzeitig hatte SCO Briefe an Großunternehmen verschickt, in denen darauf hingewiesen wurde, dass die Nutzung des inzwischen weitläufig in Firmen verbreiteten Open Source Betriebssystems Linux möglicherweise ein Prozessrisiko darstelle. «Wir wollen sie heute darauf aufmerksam machen», hieß es in dem Schreiben, das von SCO-Chef Darl McBride persönlich unterzeichnet war. Ob SCOs neue Linux-Lizenz ein Verkaufsschlager wird, hängt von den Unternehmen ab - offenbar spekuliert die kleine Software-Firma auf vorsichtige Hausjuristen, die jedes Prozessrisiko umgehen wollen.
Lächerliches Modell
Mitglieder der Linux-Gemeinde, die SCOs Vorgehen seit Monaten fassungslos zusieht, halten das Lizenzmodell für lächerlich. Noch ist nicht festgestellt, ob SCOs Anschuldigungen wirklich Substanz haben. Einen Blick auf den entsprechenden Code, den Linux gestohlen haben soll, gibt SCO bislang nur ausgewählten Beobachtern, nicht jedoch der gesamten Welt. US-Medien berichteten, dass SCOs neues Lizenzschema möglicherweise auch gegen die GPL-Lizenz verstoße, unter der Linux verbreitet wird. Diese verbietet, dass aus Linux plötzlich wieder ein geschlossenes System wird, das gegen Geld erhältlich ist.
Für das Web ediert von Ben Schwan