Wiki: Des Weblogs älterer Bruder
Dabei gibt es kaum eine einfachere Möglichkeit, schnell Informationen ins Netz zu stellen. Selbst Weblogs, die derzeit so beliebten Netztagebücher, erfordern insgesamt mehr technischen Aufwand. Wiki-Texte entstehen direkt im Netz: Jeder kann sie sofort editieren.
Dabei griff Cunningham auf informationstheoretische Grundlagen zurück, die bereits der Internet-Pionier Ted Nelson kannte: Dieser verfolgte bereits in den
Sechzigern mit einem «Xanadu» genannten Datenmodell Wiki-Grundlagen wie die Rückwärtsverlinkung und «Versionierung», also die Darstellung von Veränderungen in einem Angebot.
Eines der wichtigstes Wiki-Elemenet sind die Hyperlinks: Sobald man eine bestimmte Schreibweise verwendet, den so genannten «WikiNamen», wird
automatisch eine Verknüpfung mit einer passenden Unterseite erstellt, auf der man dann, wenn man es möchte, zum Thema weiterschreiben kann. Außerdem sind normale Wikis immer offen für alle: Jeder kann Texte verändern, wenn er es will. Die Versionierung macht dies rückverfolgbar und sorgt für ein (hoffentlich) verantwortliches Vorgehen beim Schreibprozess.
allem zu Computerthemen. Inzwischen ist das Spektrum aber schon breiter und umfasst auch Bereiche wie etwa Medizin, Jura und Chemie. Als größtes deutschsprachiges Wiki gilt das Lexikon «Wikipedia» mit fast 25.000 Artikeln in deutscher Sprache.
Neben den allen frei zugänglichen Wikis wird die Technik inzwischen auch für interne Zwecke eingesetzt: Etwa als Firmen- oder Behörden-Intranet aber auch zur Projektkoordination, für die Dokumentation von Vorgängen und Systemen oder einfach als «Notizzettel», beispielsweise in einem Studentenwohnheim. Wikis können sich immer dann lohnen, wenn verschiedene Personen gemeinsam Zugriff auf ein größeres Textangebot haben sollen. Technisch wird dazu eines der kostenlosen Wiki-Programme auf dem Webserver installiert - statt eines Content Management Systems (CMS).
An diesem Artikel wirkten Ralf Zosel und andere Community-Mitglieder von JuraWiki.de mit.
