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Rheingold sieht in Moblogs die nächste soziale Revolution (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Rheingold sieht in Moblogs die nächste soziale Revolution
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Vom Weblog zum Moblog: Amateurfotografen halten inzwischen fest, was keiner sehen will - mit Foto-Tagebüchern im Internet. In Tokio traf sich die Szene zu einer ersten Konferenz.

Moblogging, das mobile Aktualisieren von Netztagebüchern mit Texten und Bildern, etabliert sich als neue Mode in Weblog-Kreisen. Konnte man seine Gedanken vorher nur vom heimischen Rechner aus mit der Welt teilen, ermöglichen dies immer ausgeklügeltere Fotohandys und andere mobile Internet-Geräte nun auch von unterwegs.

In Tokio traf sich Anfang Juli die erste Generation der «Mobile Weblogger» zu einer ersten internationalen Konferenz, der «1IMC». Der Ort war bewusst gewählt. Japan ist eines der fortschrittlichsten Länder, was die mobile Netznutzung anbetrifft. Die recht klein gehaltene Veranstaltung zog dennoch wichtige Sponsoren an: Etwa den Internetdienst i-mode und ein Sony-Forschungslabor.


Kristallkugel des Journalismus
Mitgeprägt hat die Moblog-Bewegung Howard Rheingold, ein Vordenker der virtuellen Gemeinschaften im Internet. In seinem letzten Buch «Smart Mobs» prognostizierte er die Formierung von Usergruppen, die sich mobil und online spontan gruppieren und erlebte Ereignisse direkt publizieren.

In einem vielbeachteten Beitrag für «Online Journalism Review» sah Rheingold das Moblogging denn auch als «Kristallkugel für eine neue Ära des Online-Journalismus». Im Erfolg der 1IMC, zu der immerhin mehrere Dutzend Moblogger aus der ganzen Welt anreisten, sah er sich bestätigt, dass sich der Trend derzeit «materialisiere».

Großereignisse per Handy
Während das Aufnehmen und Abschicken von Bildern per Handy insbesondere in den Mobilnationen Asiens und Skandinaviens inzwischen fast schon normal sei, wartet Rheingold allerdings noch auf die ersten Mobil-Videos von Großereignissen.

Statt dessen blüht der Moblog-Journalismus im Kleinen: So betreibt Bagdad-Blogger Salam Pax, der der Welt während des Irak-Kriegs einen direkten Einblick in die Ereignissen im Land gab, ein Foto-Weblog, in das er Bilder stellt, die man in den «normalen» Medien nicht findet.

Rheingold warnt aber davor, Moblogging aufgrund der breiten Verfügbarkeit der «Produktionsmittel» (mobile Geräte) über zu bewerten: «Journalismus ist nicht das Gerät, sondern die Haltung des Journalisten, seine Intuition, seine Integrität, sein Mut und seine Forscherdrang.»


Für das Web ediert von Ben Schwan