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Microsoft hat keine Angst vor Linux

02. Jul 2003 11:59
Linux-Logo Tux und Bill Gates
Foto: Linux/AFP
Bill Gates sieht im Open-Source-Betriebssystem Linux nur einen Trend, der bald vorbei geht. Man werde es genauso schlagen wie frühere Konkurrenten.

Bill Gates betrachtet das Open-Source-Betriebssystem Linux, das derzeit vor allem im Profi-Bereich weltweit Windows-Systemen Marktanteile abnimmt, als «einen temporären Wettbewerber». «Das ist nicht anders als in der Vergangenheit, als die Leute OS/2 [PC-Betriebssystem von IBM, Anm. d. Red.] benutzten», sagte der Microsoft-Gründer in einem Interview in der US-Tageszeitung «USA Today».

Damals habe man mit einer Firma konkurriert, die 15 Mal größer als Microsoft gewesen sei: «Die Menschen denken immer, dass die heutige Konkurrenz irgendwie anders und einzigartig ist», so Gates. «Wir mussten unsere Firma bei technischen Fortschritten aber schon viele Male verwetten». Wenn man technisch zur Spitze gehören wolle, müsse man dauernd dramatische wirtschaftliche Entscheidungen treffen: «Wir glauben daran, sonst hätten wir unsere Forschungsausgaben nicht so erhöht, wie wir es jetzt tun.»

Ein gewöhnlicher Konkurrent

Linux ist allerdings zumindest in einem Punkt anders als andere Konkurrenten, die Software ist kostenlos. Das weiß auch Gates: «Wir werden nie einen Preis haben, der unter dem von Linux liegt.»

Man konkurriere jedoch auf der Basis des Wertes der installierten Systeme und der Gesamtkosten. Wenn die gelieferte Technik schnell installiert und ausreichend wertvoll für die Benutzer sei, um ihre Kosten zu rechtfertigen, sei das kein Problem, sagte Gates der Zeitung. «In diesem Geschäft sind wir jeden Tag.»

Damit das auch gelingt - große Kunden wie die Stadt München hat man bereits verloren -, bündelt Microsoft Ressourcen. Mancher Beobachter wertet das als Panikreaktion. Im Mai dieses Jahres hatte ein Microsoft-Manager in einer E-Mail Preisreduzierungen oder gar freie Software für den Bereich kleine und mittlere Firmen gefordert. Er wollte dies aus einer Art Linux-Kampf-Fonds bezahlen.

Kein Office für Linux

Gates sagte der Zeitung jedoch, dass Microsoft seine Strategie nicht geändert habe. Im Wettbewerb sei es normal, zu versuchen, sich im Preis zu unterbieten. Dies sei ein gesundes Konkurrenzverhalten.

Doch noch geht die Konkurrenz nicht so weit, dass auch Microsoft die «offene» Linux-Software nutzt und dafür Programme anbietet. «Dazu gibt es derzeit keine Überlegungen», so Gates. (nz)

 
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