Die amerikanische Musikindustrie macht ernst. Der Lobby-Verband RIAA (Recording Industry Association of America) kündigte am Donnerstag an, Beweismittel gegen Nutzer zu sammeln, die über Tauschbörsen Musikstücke als Download anbieten. Das Sammeln von Daten diene der Vorbereitung erster Klagen, hieß es in einer scharf formulierten Mitteilung an die Medien. Bereits Mitte August sei mit einer ersten Runde von US-Prozessen zu rechnen, so der Interessenverband der Musikindustrie. Die Aktion könne letztlich «in Tausenden von Klagen» münden, so die RIAA - mit hohen zivilen Schadenersatzforderungen, aber auch mit strafrechtlichen Konsequenzen. Keine Kriminalisierung
«Obwohl dies ein Grund zum Feiern wäre», so die EFF weiter, «attackieren die großen Plattenfirmen seit drei Jahren die Peer-to-Peer-Technologie und die Menschen, die sie benutzen.» Die Bürgerrechtler fordern eine Überarbeitung der Copyright-Gesetze. Die Industrie biete noch immer kein System an, dass den Musik-Fans einen schnellen Zugriff auf Musik ermöglicht und gleichzeitig die Abgabe von Nutzungsgebühren an Musikern und Rechteinhabern garantiert. 60 Millionen Tauscher
Die EFF ist optimistisch, dass ein Protest gegen das Vorgehen der Musikindustrie etwas bringt. Allein in den USA gäbe es mehr als 60 Millionen Filesharing-Nutzer - mehr Menschen, als den aktuellen US-Präsidenten gewählt hätten. «Wenn wir alle zusammenstehen, können wir das Gesetz ändern», so die EFF. Im selben Atemzug nennen die Netzbürgerrechtler diverse innovative Zahlungsmodelle - von so genannten «Mediasteuern» auf die benutzte Bandbreite über «Trinkgeldkassen» (Tip Jars) bis hin zur Teilung der Werbeeinnahmen. Die Organisation will sich dafür einsetzen, dass die jetzigen Dateitauschmodelle aufrecht erhalten bleiben - aber so, dass die Künstler Geld erhalten.
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