03. Jun 2003 10:11
Nach dem Ende des US-Kartellrechtsprozesses fühlt sich Microsoft stark: Der Internet Explorer soll wieder in Windows implementiert werden.
Die Nachricht wurde in einem Chat für Microsoft-Entwickler bekannt: Der Software-Konzern will in den nächsten Versionen von Windows seinen Web-Browser Internet Explorer (IE) wieder an das Betriebssystem koppeln. Die Aussage stammt von Brian Countryman, dem verantwortlichen Program-Manager.Countryman wörtlich: «Der Internet Explorer wird sich als Teil des Betriebssystems weiterentwickeln, aber nicht alleine. IE 6.0 Service Pack 1 ist die letzte 'Standalone'-Ausgabe.»
Begründet wurde dies von dem Manager mit Sicherheitsaspekten: Das neue Windows («Longhorn») soll intern besser gegen Angriffe aus dem Internet geschützt sein - da sei die Verbindung logisch, weil man die auf das Netz zugreifenden Komponenten des Betriebssystems absichern wolle.
Zuvor war Microsoft in einem langwierigen Kartellverfahren in den USA verurteilt worden, den Internet Explorer vom Betriebssystem abzukoppeln - der Vorwurf damals: Der Hersteller nutze seine Monopolstellung bei Windows, um den Browser-Konkurrenten Netscape im so genannten «Browser-Krieg» aus dem Markt zu drängen. Das Gericht wie Microsoft kartellrechtswidriges Verhalten nach.Das Verfahren ist längst beigelegt - mit einer außergerichtlichen Einigung, die Kritiker als Sieg für Microsoft werteten. Der Schritt, den IE nun wieder in Windows zu integrieren, scheint dies zu bestätigen - Microsoft fühlt sich nun wieder stärker.
Bisher hat sich kein weiterer Abgesandter des Software-Konzerns zu Countrymans Aussage geäußert.
Zurzeit gewinnt der Open-Source-Browser Mozilla an Bedeutung. Das Konkurrenz-Produkt bietet modernere Funktionen und unterstützt die neusten Webstandards. Der Internet Explorer blieb dagegen in seiner Entwicklung zurück.Beobachter gehen nun davon aus, dass Microsoft seinen Kunden das Upgrade auf neuere Windows-Versionen auch mit einer neuen Variante seines Browsers schmackhaft machen könnte. Die neuesten Internet-Angebote in Microsoft-Technik könnten dann etwa nur mit dem jeweils neuesten Betriebssystem nutzbar werden.