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Novell verteidigt Linux

02. Jun 2003 13:38
Im Streit um das Urheberrecht am Linux-Urvater Unix, gehalten von der kleinen US-Firma SCO, wird weiter hart gekämpft: Nun hat sich auch Vorbesitzer Novell eingeschaltet - für Linux.

Der Kampf um den Programmcode des beliebten freien Betriebssystems Linux, der angeblich Urheberrechte der kleinen US-Firma SCO am Vorgängersystem Unix verletzten soll, geht weiter: Nachdem diverse Vertreter der Open-Source-Gemeinschaft, darunter auch Szene-Gründungsvater Eric S. Raymond, versucht hatten, SCOs Ansprüche im Detail zu widerlegen, hat sich jetzt auch Novell gemeldet - der Software-Konzern, dem das Altsystem Unix vor 1995 gehörte.

Komplizierte Sachlage

Mehr in der Netzeitung:
Der setzt sich massiv für Linux ein: In einem Brief an Kunden und die Linux-Community griff Novell-Chef Jack Messman SCOs Vorgehen scharf an und sagte, seine Firma halte noch wichtige Patente und auch Urheberrechte an Unix, die SCOs Angriffe problemlos abwehren könnten: «SCO behauptet, spezifische Beweise gegen die Linux-Community haben», so Messman, «es ist Zeit, dass diese auf den Tisch gelegt werden». SCO wolle nur «Furcht» in der Szene verbreiten.

Die Sachlage ist kompliziert: SCO, vormals unter dem Namen Caldera selbst sehr aktiv in der Open-Source-Szene, hält die Urheberrechte an Unix, dem Urvater des freien Betriebssystems Linux - durch diverse Aufkäufe und Umfirmierungen. SCO behauptet, Teile des Linux-Codes verletzten das Urheberrecht an Unix. Das Unternehmen ist offenbar bestrebt, jeden zu verklagen, der mit Linux im geschäftlichen Betrieb Geld verdient und zuvor keine SCO-Unix-Lizenz erworben hat.

Novell hält noch Rechte

Mehr im Internet:
Microsoft hat dies kürzlich in Höhe einer nicht genannten Summe getan und SCOs Forderungen so Glaubwürdigkeit verliehen - und der Linux-Szene, die SCOs Vorgehen für völlig unverhältnismäßig hält, so geschadet. Ein spektakulärer Milliarden-Rechtsstreit mit IBM läuft dagegen noch. Darl McBride, Chef von SCO, wies am Freitag die Vorwürfe von Novell zurück: Die Urheberrechtsdebatte mit der Firma sei nicht wichtig für «unsere momentanen Eintreibaktionen und das, was im Markt passiert».

Sollte es Probleme mit Novells Rechten bei späteren SCO-Maßnahmen geben, werde man Novell eben vor Gericht bringen, um die Angelegenheiten bei Seite zu legen, McBride während einer Telefonkonferenz mit Medien und Börsenanalysten. McBride nannte Novells Bemühungen einen letzten Versuch, die Zuneigung der Linux-Community zu gewinnen.

Die Firma habe ihre Ankündigung so zeitlich abgestimmt, dass davon SCOs Quartalszahlen überschattet worden seien. Diese waren erstaunlich gut - auch wegen der Microsoft-Lizenzzahlung. McBride betonte, SCO wolle im Juni Beweise aus dem Linux-Code vorlegen, dass das Open-Source-System tatsächlich SCOs Urheberrechte verletze. Novell meinte, McBrides Aussagen enthielten «nichts Neues».

 
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